27. Jannuar 2006
Hallo, sehr geehrte Rike Sternschnuppe,
 
herzlichen Dank für Ihre Antwort auf mein Mail, welches die intersierte Leserin unten weiter nachlesen kann! Der Homepage www.glueckloseschwangerschaft.at entnahm ich, das es* 3 von 4 Frauen betrifft. Ich gebe den Aussagen dieser Homepage eine große Glaubwürdigkeit, da Mag. Elisabeth Widensky als selbstbetroffene Mutter seit ca 1995 einen sehr sehr großen Einsatz gab - und immer noch gibt - infolge dessen Österreich zB in jedem Bundesland wenigstens e i n Babygrabfeld erhielt.
Was in Wien immer noch nicht klappt ist die Informationen von frisch verwaisten Eltern nach der soeben erlebten Fehlgeburt oder dem Abbruch - zB über das Wiener Babygrabfeld, über die div. Beerdigungsmöglichkeiten, wann die Sammelbegräbnisse stattfinden, das es Totenkleidung für so kleine Kinder gibt usw.
Manche Wiener Kliniken zieren sich bei der Herausgabe von Informationen, infolge dessen div Wiener Kliniken keinen Leichenbegleitschein austellen, auf Grund dessen eine Beerdigung von nicht beerdigungspflichtigen Kindern erst möglich wäre.
"Es"* ist die Konfrontation mit einem verstorbenen Kind, das im Zeitraum Zeugung bis Geburt, während der Geburt oder wenige Stunden nach der Geburt verstarb. Medizinsche und Rechtsanwälte bzw andere Fachleute haben für jede Entwicklungsstadium, in dem ein Kind verstarb einen anderen Begriff. Genaue Definitionen finden Sie auch auf www.glueckloseschwangerschaft.at . Was beruflich wichtig und richtig sein mag, wird diese Sprache in Anwendung gegenüber den frisch verwaisten Eltern von diesen als zusätzlich sehr verletzend erlebt.
Als Totgeburt wird demnach bei uns in Österreich ein beerdigungspflichtiges Kind genannt, welches mit einem Gewicht von über 500 Gramm tot zu Welt kommt. Kinder unter 500 Gramm sind entweder Abortus oder eine Fehlgeburt - oder aber eine Abtreibung.
Die Deutsche Wortanwendung, von einer Todgeburt zu reden ist Wertschätzender, da unabhängig von der Todesursache über das Kind gesprochen wird, das trauriger weise Tod zu Welt kam. Daher gefällt mir als verwaiste Mutter der deutschsprachige Umgang sehr viel Besser als der österr. sprachliche Umgang mit diesem sensiblen Thema.
Zum Thema Statikstiken: es werden im deutschsprachign Raum zumeist Kinder und Ihre Todesursachen erfasst - in der Regel fehlt die Todesursache Abtreibung (egal, ob auf Grund von Pille - welche das Einnisten der befruchteten Eizelle verhindern soll, Fristenlösung oder medizinischer Indikation)
Österreich geht noch einen Schritt weiter: wir führen gleich gar keine Statistiken zu allen kindbezogenen Todesursachen. Das erspart uns vieles - zB die bewußte Auseinandersetzung mit diesem Thema -  und räumt der Phantasie und der Realität ein weiteres Feld ein. Und: was nicht statistisch gut erfasst und dokumentiert ist, läßt sich umso besser verleugnen oder ins lächerliche ziehen - oder aber in überdimensional große Zahlen darstellen.
Geht man von den gerundeten Bevölkerungszahlen aus, so hat Deutschland 80 Millionen Einwohner und Österreich 8 Millionen Einwohner.
Deutschland führt Statistiken, wobei: wie Statistiken zustande kommen oder manipulierend verwendet werden auf einem anderen Blatt steht. Österreich führt in einigen Bereichen kein (vergleichbaren) Statistiken.
Wenn in unserem Nachbarland Deutschland täglich wirklich 1000 Kinder infolge Pille oder Abtreibung sterben - so kann davon ausgegangen werden, dass täglich 100 Kinder in Österreich auf Grund der gleichen Ursachen zu Tode kommen.
Künstlich gezeugte Kinder und Ihr Sterben nicht mit eingerechnet!
Fehlgeburten (missed abortionen) sind dabei ebensowenig erfasst wie Totgeburten und Co.
So betrachtet glaube ich schon, dass wir als Gesellschaft es auf 3 von 4 Frauen bringen, die statistisch gesehen, in ihrer Lebenslaufbahn mit Tod eines Kindes konfrontiert wurden, welches nicht lebensfähig zur Welt kam.
Auch das ist mir klar: von dieser großen Menge an verstorbenen Kindern kann - z.B. auf Grund der Größe - nur ein Bruchteil einer Beerdigung auf einen Friedhof zugeführt werden. Und genau dass sollte zur Gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit werden.
 
Um Diskussionen anzuregen, ist es mir wichtig, Ihren und meinen Text unter www.sonnenstrahl.org zu veröffentlichen. Haben Sie etwas dagegen?
 
MFG
Gunnhild Fenia Tegenthoff
 

Sternschnuppe.rike@web.de  schrieb:
Ich halte es für weit übertrieben: 3 von 4 Frauen sollen eine Totgeburt erlebt haben? Diese Aussage ist mehr als fragwürdig. Ich glaube nicht einmal, dass 3 von 4 Frauen eine unbemerkte Fehlgeburt in den ersten Wochen hatten. Wer kommt auf diese Zahl???
Für Münster hat die Kontaktstelle Sternschnuppe nach fast 10 Jahren Arbeit erreicht, dass die Nachsorge und die Beerdigung problemlos verläuft, dass die Eltern genügend aufgeklärt werden und dass Kinder unter 500 Gramm für die Eltern kostenlos und ohne eigenen seelisch belastenden Aufwand - allein durch die Initiative der Münsteraner Bestatter anynom beerdigt werden.Dennoch können die Eltern ihre eigene Trauerfeier ausrichten, sie dürfen das Grab nur nicht kennzeichen. Es gibt in Münster das Sternchenfeld und eine weitere anonyme Bestattungsfläche. Die Beschwerden, die mich erreichen, stammen nicht mehr aus Münster. Wenn ich mich dann an die Krankenhäuser wende, sind diese immer zum Dialog bereit, geben sich erschüttert, wenn ich berichte, dass etwas bei Ihnen schief gelaufen ist. Aber - wie erwähnt - es war ein langer Weg. Gruß Friederike Rosenfeld
 
 
Verein Sonnenstrahl schrieb am 27.01.06 12:53:04:
Hallo, sehr geehrter Leser, liebe Leserin: bei manchen e-mailadressen kann es zu mehrfachzustellungen kommen - dieses bitte ich zu entschuldigen, doch dieses Thema ist wichtig: Laut
www.glueckloseschwangerschaft.at  erleben 3 von 4 Frauen den Tod eines Kindes, "doch (fast) niemand redet darüber" - aus diesem Grunde schreibe ich diese E-mail - denn betroffen sind das verstorbene Kind, die dazu gehörende Frau und der Vater, sowie ev Geschwister, Großeltern, tanten, Onkels usw . Petra Hörmann von www.celesta.at  und ich vom Onlinemagazin www.sonnenstrahl.org haben im Dezember 2005 eine öffentlich zugängliche Gedenkfeier am Wiener Zentralfriedhof den Betroffen von verstorbenen Kindern angeboten, welche sehr gut besucht wurde. Verwaiste Eltern nach einer Fehlgeburt bzw Abbruch (Abtreibung) haben uns gegenüber von massiven Problemen berichtet. Die Angehörigen von nicht beerdigungspflichtigen Kindern sind uns daher ein ganz besonderes Anliegen, da Ihnen per Gesetz kein Namen, keine Sterbeurkunde, kein Grab für ihr Kind zusteht - und diese Tatsachen weltweit als unmenschlicher Umgang von manchen Betroffenen empfunden wird. Aus diesem Grunde entstanden Babygrabfelder für nicht beerdigungspflichtige Kinder. Wir sammeln Aussagen von Angehörigen, um in Erfahrung zu bringen, was von der Diagnose Fehlgeburt oder Abbruch zwischenmenschlich gut gegangen ist und was nicht, zB vom wem bzw ob Sie Informiert wurden, daß Sie ihr Kind am Babygrabfeld beerdigen lassen können hat man Ihnen gesagt, das es Totenkleidchen für nichtbeerdigungspflichtige Kinder gibt? siehe www.rita-schaefer.de  (Problemloser?) Leichentransport kam Sie gut zur Information, wann und wo die Beerdigung der nicht beerdigungspflichtigen Kinder stattfindet? Hatten Sie genügend in wohltuende Ansprechpartner - angefangen vom Tod ihres Kindes über die Geburt des toten Kindes (Austritt aus ihrem Körper) - als ihr Kind auf der Pathologie /Zystologie war - gab es Probleme Leichentransport - kam es zu Ihren Bedürfnissen entsprechenden Verabschiedung vom Kind in der Klinik - kam es zu Ihren Bedürfnissen entsprechenden Verabschiedung vom Kind am Friedhof Kurzum: berichten sie uns, was Ihnen im Herzen wichtig ist, was Ihnen auf der Seele brennt Betrifft das Babygrabfeld am Wiener Zentralfridhof, nahe Tor 3: Die Bestattung der Leichenasche der nicht beerdigungspflichtigen Kinder findet jeweils am ersten Freitag im März, im Juni, im September und im Dezember, um 8.30 Uhr statt. Nachdem die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Beerdigung von Fehlgeburten und Kindern nach Abbrüchen (= den sogenannten nicht beerdigungspflichtigen Kindern) weitergehen muß, ist Petra Hörmann von www.celesta.at  und mir ihr Feedback wirklich wichtig, um weitere Vorgehensweisen zu klären. Auf Grund Ihrer Anliegen setzen wir uns ein für Verbesserungsvorschläge! Auf http://www.beepworld.de/members80/weltweite-trauertage/2006.htm  finden Sie zusammengefügt vorbildhafte Worte, Einstellungen, Kommunikationstechniken zum Thema Babygrabfeld - nicht beerdigungspflichtige Kinder - Eltern, Friedhofsbetreiber, Babygrabbetreuer, Zusammenarbeit mit Kliniken... Mit freundlichen Grüßen Gunnhild Fenia Tegenthoff vom Onlinemagazin www.sonnenstrahl.org  3 meiner 5 Kinder gingen mir vorraus, 1 Kind hatte das Recht auf gesehen zu werden
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