Pastorale Begegnung und Begleitung bei Tot- und Fehlgeburten

Arbeitshilfe Bistum Fulda 2003

Vorwort

 „Die Würde des Lebens ist unantastbar“ – das steht nicht nur im Grundgesetz der Bundesrepublik; das war und ist eine unabänderliche Grundaussage unseres christlichen Glaubens. Deshalb setzen sich die christlichen Kirchen vehement für den Schutz und die Würde des Lebens „vom ersten bis zum letzten Atemzug“ ein.

 Weil menschliches Leben unantastbar und von Anfang an mit jener Würde ausgestattet ist, die allein Gott ihm gibt, darf jenes Leben nicht aus den Augen verloren werden, das sich leider nur für kurze Zeit im Mutterleib entfalten durfte: Fehl- bzw. Totgeburten, Menschen also, die sterben mussten, kaum dass sie zu leben begonnen haben. Und es dürfen diejenigen nicht aus den Augen verloren werden, die von einem solchen Schicksalsschlag schmerzlich betroffen sind: die Eltern und Geschwister, Großeltern und Verwandte, aber auch Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und viele andere.

Die Arbeitshilfe „Pastorale Begegnung und Begleitung bei Fehl- und Totgeburten“, die Sie in den Händen haben, möchte Sie aufmerksam machen auf diesen sensiblen Bereich der Pastoral. Da, wo es um Tod und Leben geht, um Verzweiflung und Suche nach einem Halt im Glauben, da können wir uns als Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht außen vorhalten.

Ich wünsche uns allen ein feines Gespür für die hier angesprochene Situation und einen guten Weg des Begleitens und des Tröstens, wenn wir in unserer seelsorglichen Arbeit mit diesen menschlich so schweren Erfahrungen konfrontiert werden.

Ihr Bischof

 

 Pastorale Begegnung und Begleitung
bei Fehl- bzw. Totgeburten
Arbeitshilfe

1.                           Einführung

2.                           Worum es geht – eine kurze Beschreibung der Sachlage

2.1               Wann spricht man von Fehl-, wann von Totgeburten?

2.2               Wo begegnen wir der Thematik?

2.3               Unsere Sichtweise als Christen: „Mensch von Anfang an!“

3.           Fehl- und Totgeburten als Herausforderung pastoralen       Handelns

3.1               Das Erleben der Eltern

3.2               Erfahrungen in der Gemeinde

3.3               Folgerungen

4.           Pastorale Handlungsmöglichkeiten

4.1               Gespräche und Trauerbegleitung

4.2               Namensgebung

4.3               Eintragung in das Totenbuch

4.4               Umgang mit Eltern, die nicht einer Kirche angehören

Anhang:

1.           Bausteine

1.1         Gottesdienstliche Formen des Abschiednehmens

1.1.1     Im Krankenhaus

1.1.2     Auf dem Friedhof

1.1.2.1  Katholischer Ritus

1.1.2.2  Beisetzung am Kindergrabmal

1.2         Gedenkgottesdienste

1.3         Symbolhandlungen

2.           Weitere Texte

2.1         Biblische Texte

2.2         Gebete

2.3         Fürbitten für Gemeindegottesdienste im Kirchenjahr

3.           Anregungen von Selbsthilfegruppen

3.1         Wunschzettel an die Seelsorger

3.2         Hilfe für betroffene Eltern

3.3         Anregungen für Begleiter und Freunde

4.           Adressen und Anschriften

4.1         Klinikseelsorge

4.2         Verschiedene Elterninitiativen

4.3         Trauergruppen

5.           Literaturhinweise

6.           Rechtliche Bestimmungen im Land Hessen, Gesetzestexte

 

1.   Einführung

 „Die hat ja nur eine Fehlgeburt!“ - das war die Antwort eines Pfarrers, als er von einer Krankenhausseelsorgerin darüber informiert wurde, dass eine Frau aus seiner Kirchengemeinde wegen einer Fehlgeburt in der Klinik lag. Der Pfarrer blickte auf seinen vollen Terminkalender und dachte sich: „Diese Frau brauche ich nicht zu besuchen; die ist ja nicht ernsthaft krank!“

 Aus der Sicht der betroffenen Frau sah dies ganz anders aus. Sie, die eine Fehlgeburt erlitten hatte, war an eine bittere Grenze ihres Lebens gestoßen: sie erlebte, wie wenig verfügbar das Leben ist, und wie unmittelbar mit dem Tod verbunden. Dieser Frau hätten Gespräche gut getan; sie hätten geholfen, die Wunde, die in ihrem Lebensweg und auch in ihrer Gottesbeziehung entstanden war, heilen oder wenigstens vernarben zu lassen.

 Dieses Beispiel zeigt: Die Problematik von Fehl- bzw. Totgeburten berührt Menschen in sehr unterschiedlicher Weise, und nicht immer wird die gesamte Dimension des Geschehens wahr- und ernst genommen. Eine Frau, die wenige Tage vor Weihnachten eine Fehlgeburt erlitt, erzählte, wie verschiedenartig ihre Umgebung auf das Erlebte reagierte:

 ·        Im Krankenhaus sagte eine Schwester: „Seien Sie nicht traurig, sie sind ja noch so jung ...“. Sicherlich wollte die Schwester damit etwas Gutes sagen; ob es auch so verstanden wurde?

·        An Weihnachten war es der betreffenden Frau erst am zweiten Feiertag möglich, einen Gottesdienst zu besuchen; zum einen, weil eine Fehlgeburt auch körperlich schwächt, zu anderen, weil die Frau es nicht ertragen konnte, das Geburtsfest des Kindes von Bethlehem zu feiern wo doch ihr und ihrem Mann ein eigenes Geburtsfest gerade verweigert worden war.

·        Als die Frau später an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte, haben mehrere ihrer Arbeitskolleginnen deutlich ihre Anteilnahme gezeigt. Dies tat ihr gut, und es schmerzte sie zugleich, als sie von mancher der Kolleginnen erfuhr, auch sie hätten bereits eine oder mehrere Fehl- bzw. Totgeburten erlitten und könnten das, was da geschehen war, noch immer nicht vergessen.

Statistiken sagen: Jede 6. Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt. Menschen, die den „Tod am Lebensbeginn“ erfahren müssen, sind oft bis ins hohe Alter hinein von diesem Erleben berührt, betroffen und belastet.

Seelsorger haben meist plötzlich u. unvermittelt mit einer Fehl- oder Totgeburt zu tun. Sie stehen (zum ersten Mal) vor der Frage, wie sie einer Frau und ihrer Familie helfen können, wenn ihr Kind vor der Geburt gestorben ist: Was kann ich diesen Leuten sagen? Darf ich das Kind begraben, obwohl es nicht getauft wurde? Wo finde ich Texte für Gottesdienste, die das Schicksal dieser Menschen in den Blick nehmen und ihre Trauer vor Gott aussprechen? –

Diese Arbeitshilfe möchte helfen, sensibler zu werden gegenüber der Problematik von Fehl- bzw. Totgeburten und gegenüber jenen Personen, die damit leben müssen. Eine solche Sensibilisierung geht nur über Informationen, Gespräche und praktische Hilfen. Ein Verschweigen, so gut es auch gemeint sein mag, führt nicht weiter. Die Trauer über einen Verlust braucht einen Ort, wo sie sich zeigen kann, und Menschen, die vor einer solchen Erfahrung nicht fliehen.

Diese Arbeitshilfe ist in Form von „Bausteinen“ aufgebaut, da jede Situation ihre eigene Ausdrucksform benötigt; sie versteht sich als Ergänzung zu vorhandenen Vorlagen.

   

2.    Worum es geht – eine kurze Beschreibung der Sachlage

 2.1  Wann spricht man von Fehl-, wann von Totgeburten?

Im medizinischen Sinn spricht man von einer Fehlgeburt (Abortus) bei einem toten Kind unter 500g Gewicht, etwa bis zur 23. Schwangerschaftswoche(SSW). In den ersten acht Wochen der Schwangerschaft (während der Organentwicklung) spricht die Medizin von einem Embryo, danach vom Fötus. Ca. 75% aller Fehlgeburten liegen im ersten Schwangerschaftstrimester (bis ca. 16. SSW).

Von einer Totgeburt spricht man, wenn ein Kind, das bereits über 500g Gewicht hat, im Leib der Mutter oder während der Geburt verstirbt.

Hilfreiche Unterscheidungen: Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen (SSW), also 280 Tage. Begonnen wird die Berechnungszeit mit dem Beginn des letzten Menstruationszyklus der Frau. Dann werden ca. 14 Tage abgezogen, bis es zum Eisprung und zur Befruchtung (Konzeption) kommt. Der 6. Schwangerschaftsmonat entspricht rechnerisch der 24. SSW. Eine etwaige Ungenauigkeit liegt in der Tatsache begründet, dass der Zyklus der Frau länger oder kürzer als die angenommen 28 Tage sein kann. Dies ist also die 22. SSW Postconzeptione. (Diese genaue Schwangerschaftswochendefinition hat evtl. im Standesamts- bzw. Friedhofsrecht eine Bedeutung, nicht jedoch im Erleben der Eltern, die um ihr Kind in der 22. bzw. 24 SSW trauern.)

2.2      Wo begegnen wir der Thematik?

 Diverse Handbücher wie z. B. „Die Frau – Ihr Körper“ sind im Buchhandel erhältlich. Sie gehen davon aus, dass jede sechste Frau eine Fehlgeburt erleidet. Angekündigt wird eine Fehlgeburt in der Regel durch Schmerzen oder Blutungen in der ersten Schwangerschaftshälfte. Gründe dafür können sein: eine schwerwiegende Missbildung des Kindes, Hormonstörungen, Krankheiten oder Virusinfektionen, der frühe Kindstod, eine genaue Ursache ist in der Regel nicht bekannt, und sie wird oft erst nach mehrmaligen Fehlgeburten medizinisch genauer diagnostiziert. Für die Frau bedeutet das Erleben und Erleiden einer Fehlgeburt in der Regel einen Krankenhausaufenthalt, eine Narkose und eine Operation. Manchmal ist bereits ein tage- oder wochenlanger Klinikaufenthalt (mit strengster Bettruhe) vorausgegangen, bei dem versucht wurde, eine drohende Fehlgeburt zu verhindern. 

Eine Totgeburt ist statistisch gesehen seltener als eine Fehlgeburt. Da hier die Schwangerschaft weiter fortgeschritten und in der Regel auch äußerlich bereits sichtbar ist, ist eine Totgeburt im Erleben vor allem bei den Außenstehenden noch einschneidender.

 Gründe für eine Totgeburt können u.a. sein: Nabelschnurverschlingungen oder Nabelschnurverknotungen, das Ablösen der Plazenta, der plötzliche Kindstod. Manchmal kann auch eine Autopsie keine klare Ursache benennen. Wird der Tod des Kindes festgestellt, dann muss die Frau auf natürliche Art und Weise entbinden. Eine solche Geburt ist äußerst belastend für alle Beteiligten.

Vom Neugeborenentod spricht man, wenn ein Kind lebend geboren wurde, aber innerhalb der ersten 28 Tage verstirbt.

Eine „Eileiterschwangerschaft“ bedeutet, dass die Nidation des Embryos nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter stattgefunden hat. Dies ist ein großes gesundheitliches Risiko für die Frau. Wenn die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten ist, bedeutet es oft, dass die Frau durch die Operation nicht nur das Kind, sondern auch einen Eileiter verliert. Damit ist die Fähigkeit, erneut schwanger zu werden, auf Dauer eingeschränkt, manchmal auch verloren.

 Von dem, was mit Fehlgeburt, Totgeburt, Neugeborenentod und Eileiterschwangerschaft bezeichnet wird, können viele Frauen und Familien betroffen sein. Oft fühlen sich diese noch nach Jahren von der Thematik überfordert und von der Trauer über das Erfahrene eingeholt.

 Trauer macht nicht selten sprachlos – diese Sprachlosigkeit überträgt sich oft auch auf Seelsorger/-innen. Es ist eine pastorale Chance, zur eigenen Sprachlosigkeit stehen zu können. Betroffene erwarten eher eine stillschweigende Solidarität als sprachlich geschliffene Solidaritätsfloskeln.

 Im Übrigen sei hingewiesen auf die Arbeitshilfe 109 der Deutschen Bischofskonferenz „Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind“ (mit vielfältigen Literaturhinweisen im Anhang).

 2.3  Unsere Sichtweise als Christen: „ Mensch von Anfang an!“

 „Die Existenz und der Bestand von Leben hängen an Gott. Denn er schafft, will und erhält das Leben. Gott ist in sich selbst lebendig und als 'Quelle des Lebens' (Ps 36,10) unterschieden vom geschaffenen, damit endlichen, natürlichen Leben. Die Verknüpfung von Leben und Gott tritt besonders ausgeprägt in den johanneischen Schriften des Neuen Testamentes hervor: Christus nennt sich dort selbst das Leben (Joh 11,25; 14,6), und er wird bezeugt und bekannt als das eigentliche Leben, durch das alle Dinge gemacht sind (Joh 1,3f; 1Joh 1,2). So wird deutlich, dass Leben, weil es von Gottes Leben durchdrungen ist, mehr ist als das natürliche Leben." (aus: Gott ist ein Freund des Lebens.)

Die Texte der beiden Schöpfungserzählungen (Gen 1-2) deuten Gott als die Quelle des Lebens. In der Form von Erzählungen wird dargelegt, was für immer gegeben und gültig ist, nämlich das Wunder, dass das Lebendige stetig und unverfügbar Ereignis wird und besteht: Gott ist es, der das Leben will, schafft und erhält. Alles Leben kommt aus ihm und läuft auf ihn hin, findet Anfang und Erfüllung in ihm. Aus dieser Glaubenssicht heraus wird das Leben einmalig und unverfügbar.

  

3.    Fehl- und Totgeburten als Herausforderung pastoralen Handelns

 Im pastoralen Alltag werden Priester und pastorale Mitarbeiter/-rinnen direkt nur wenig mit der elterlichen Trauer um eine Fehl- bzw. Totgeburt konfrontiert sein. Und doch werden sie vielen betroffenen Eltern begegnen, ohne von ihnen einen Hinweis darauf zu erhalten, was geschehen ist. Zu groß sind nämlich auf Seiten der Frauen und Männer der Schmerz, die Betroffenheit und die Selbstzweifel. Je nach Persönlichkeit und familiärer Situationen der Eltern wird eine seelsorgliche Begleitung direkt erwartet oder im Stillen erhofft oder auch gar nicht erwünscht.

Im Verlauf eines Kirchenjahres gibt es verschiedene Tage und Anlässe, bei denen die Begegnung mit trauernden Eltern ein besonderes Einfühlungsvermögen verlangt:

·        Das Weihnachtsfest als Fest der Geburt Christi wirft für trauernde Eltern viele Fragen auf: Warum können wir keine Geburt feiern? Was ist das für ein Gott, der uns ein Kind verweigert?

·        Zumindest im Fürbittgebet der Weihnachtstage sollte auch eine Fürbitte für trauernde Eltern, für ungewollt kinderlos gebliebene Frauen und Männer gesprochen werden, für Eltern, die um ein verstorbenes Kind trauern.

·        Bei Geburtstagsbesuchen von alten Gemeindemitgliedern werden solche Verlusterfahrungen manchmal direkt angesprochen: „Ich hatte ja noch ein Kind, heute wäre es 50 Jahre und ich hätte vielleicht schon 2 Enkelkinder...“ Erschwerend kommt bei dieser Generation der Betroffenen dazu, dass in den 60er Jahren die Grenze der Bestattungspflicht sehr hoch lag; die Bestattung erfolgte oft ohne Begleitung eines Seelsorgers. Hebammen erinnern sich, dass die Gewichtsgrenze für bestattungspflichtige Kinder in den 60er Jahren noch bei
2500g Gewicht lag (heute liegt sie bei 500g Gewicht; d.h. Kinder bis 2500g durften nicht bestattet werden.) Ein Kind zu verlieren bedeutet, auch einem Stück seiner eigenen Zukunft beraubt worden zu sein.

·        Beim Totengedenken im November erinnern sich viele noch einmal ganz bewusst ihres verstorbenen Kindes. Dann werden auch jene schmerzlichen Erfahrungen neu lebendig, die mit der erlittenen Fehl- bzw. Totgeburt verbunden waren: nicht nur die körperlichen Schmerzen, sondern auch das Alleingelassensein und das Fehlen einer tröstenden seelsorglichen Begleitung.

3.1  Das Erleben der Eltern

 In der genannten Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz (Nr. 109 „Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind“) ist in Punkt 2 ein ei-genes Kapitel den psychologischen Gesichtspunkten gewidmet, die im Umgang mit Angehörigen von totgeborenen Kindern berücksichtigt werden sollten. Was dort treffend ausgeführt ist, muss hier nicht eigens wiederholt werden. Ausdrücklich wird auf die Lektüre dieses Kapitels hingewiesen.

 Aus der Sicht der Eltern folgt auf den hoffnungsvollen Lebensanfang des gerade gezeugten Kindes ein jähes Lebensende. Dies ist eine emotional nur schwer zu bewältigende Lebenskrise.

Erschwerend kommt oft hinzu, dass die werdenden Eltern ihrem Familien- bzw. Freundeskreis die Schwangerschaft noch gar nicht mitteilen konnten, weil sie erst seit ein oder zwei Wochen sicher wussten, dass sie Nachwuchs erwarteten (bei einer Fehlgeburt in der 7 bis 10 Schwangerschaftswoche). Für viele berufstätige Frauen ist in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ein Bekenntnis zum Kinderwunsch oft ein berufliches Risiko. Dies hat zur Folge, dass manche Frauen den Beginn ihrer Schwangerschaft erst dann ihrem Arbeitgeber mitteilen, wenn es unbedingt nötig ist – und so können diese im Nachhinein auch nur schwer dazu stehen, dass sie wegen einer Fehlgeburt und wegen nichts anderem im Krankenhaus waren. Eine solche „Zwickmühlensituation“ (Trauer in sich zu tragen, sie aber nicht erzählen zu dürfen, weil man sonst angreifbar und verletzbar wird) bringt starke psychische Belastungen mit sich und erschwert jene Trauerarbeit, die notwendig ist, um den Verlust zu begreifen und zu verarbeiten.

 Frauen fühlen sich allein gelassen mit ihren Ängsten und Empfindungen. Die Tage um den errechneten Geburtstermin sowie um persönliche Gedenktage (eigener Geburtstag, Weihnachten, „...dann wäre unser Kind schon auf der Welt“, u. ä) finden sehr viele – gerade gefühlsmäßig - als belastend. Männer gehen auf ihre Weise mit diesen Erfahrungen um: häufig flüchten sie mehr als sonst in den Beruf; er lässt sie die persönlichen Enttäuschungen „vergessen“.

 Viele Paare berichten, dass das Verständnis füreinander in solchen Momenten größer wird. Andere müssen allerdings feststellen, dass ihre Partnerschaft in eine Krise gerät, an der sie zu zerbrechen droht.

 

 Das folgende Gebet beschreibt sehr deutlich die Empfindungen, mit denen sich Betroffene an Gott wenden:

Lieber Gott,

bitte stehe mir bei. Ich bin verzweifelt. Ich habe mein Kind verloren. Jetzt bin ich im Krankenhaus, und erneut droht mir eine Fehlgeburt. Ich bin verzweifelt und traurig. Ich weiß nicht, wie ich meinen Tag bestehen soll, so kraftlos fühle ich mich.

Bitte stehe mir bei. Gib, dass ich meinen Mut und meine Hoffnung wieder zurückgewinne. Schenke mir meine Kraft, meine Fröhlichkeit, meine Ausgeglichenheit zurück. Bitte lass mich nicht verzweifeln, und hilf mir, meine Ängste zu überwinden.

Bitte stehe auch meinem Mann bei. Hilf ihm, dies alles zu verarbeiten. Lass unsere Liebe zueinander wachsen und uns noch näher zueinander rücken. Schenke uns Hoffnung und Zuversicht.

(Die Quelle des Gebetes ist der Redaktion bekannt.)

 

3.2  Erfahrungen in der Gemeinde

 Bei den einführenden Gedanken wurden schon einige Vorerfahrungen der Gemeindemitglieder genannt. Ergänzend sei hier noch auf folgende Punkte hingewiesen:

·        Durch den medizinischen Fortschritt in der Schwangerenvorsorge ist die Kinder- und Müttersterblichkeit seit Beginn des Jahrhunderts stark zurückgegangen. Bis vor zwei Generationen war das größte Sterblichkeitsrisiko einer Frau der Tod im Kindsbett. Mit diesem medizinischen Fortschritt nimmt auch die Kindersterblichkeit ab. Es ist heute glücklicherweise nicht selbstverständlich, ein Kind verlieren zu müssen. Aber es schwindet auch die Sensibilität gegenüber dieser Problematik.

·        Dadurch fühlen sich viele Eltern alleingelassen mit ihrem Schicksal. Unsere Gesellschaft ist oft nicht mehr in der Lage, trauernden Eltern in einer hilfreichen und tröstenden Weise zu begegnen. Die Kirchengemeinden müssen neu erlernen, trauernde Eltern zu begleiten und ihnen Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen.

·        Die Erfahrung, dass bei einer Schwangerschaft am Beginn des Lebens bereits der Tod stehen kann, läuft völlig konträr zum Lebensgefühl unserer Zeit, das von „Machbarkeit“ und „Leistungsfähigkeit“ geprägt ist. Das Leben ist „unverfügbar“, nicht alles im Leben ist machbar, dies anzunehmen ist oft ein sehr schmerzlicher Erkenntnisprozess. Letztlich ist jedes Kind ein „Wunder“. Da dieses Wissen oft verloren gegangen ist, leiden Frauen und Männer nicht selten an Schuldgefühlen, wenn sie ungewollt kinderlos bleiben oder wenn eine Schwangerschaft mit einer Fehl-, bzw. Totgeburt endet.

·        Viele heutige Großeltern sind in der Zeit vor dem II. Vatikanischen Konzil groß geworden. Das Schicksal der Kinder, die ohne Taufe starben, ist ihnen noch sehr deutlich bewusst. Nur langsam setzt sich das Glaubenswissen durch, „das Gottes grenzenlose Barmherzigkeit will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Welt gelangen“ (vgl. „Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind“, Arbeitshilfe 109 der Deutschen Bischofskonferenz, Abschnitt 4, in Verbindung mit 1 Tim 2,4). Viele unbeantwortete Fragen nach der Zukunft der nichtgetauften verstorbenen Kinder warten auf eine heilsame Antwort.

·        Die Sprachlosigkeit gegenüber trauernden Eltern ist weit verbreitet, was oft ein „voreinander ausweichen“ zur Folge hat. Das Wissen um „Trauerreaktionen“, um „Traueraggressionen“ und um andere Trauerformen ist in der Regel nur spärlich vorhanden. Hier ist eine Bewusstseinsbildung dringend notwendig.

 3.3  Folgerungen

 Die seelsorgliche Begleitung von trauernden Eltern ist eine im wahrsten Sinn des Wortes notwendige pastorale Aufgabe. Sie erfordert Einfühlungsvermögen, Empathie, aktives Zuhören und ein sensibles Gesprächsverhalten, kurz: Solidarität im Leid! Vorschnelle Antworten sind fehl am Platz.

Darüber hinaus gilt es zu überlegen, wie alle Mitglieder einer Kirchengemeinde trauernden Eltern helfen können. Neben den schon erwähnten Fürbitten in verschiedenen Gottesdiensten sollte auch in der Verkündigung zum Thema Sterben und Tod, in Gesprächsrunden, Trauerseminaren u. ä. trauernden Menschen eine Möglichkeit der Erinnerung und der Verarbeitung gegeben werden.

Oft ist es möglich, manchmal auch notwendig, solche Angebote übergemeindlich oder auch auf ökumenischer Ebene anzubieten. (Die verschiedenen Träger der Erwachsenen- und Familienbildung kennen Referenten und Referentinnen.)

Eine bewusste Trauerbegleitung bietet auch in vielen anderen Verlustsituationen eine notwendige Verarbeitungshilfe. Meist wird den Menschen damit der Druck genommen, „nicht normal zu sein“, wenn es durch die vielfältigsten Trauerreaktionen zu einer persönlichen Verunsicherung der Betroffenen kommt.

Einen Verlust zu erleben kann auch die persönliche Gottesbeziehung in Frage stellen. Eine gezielte geistliche Begleitung, evtl. auch in einer Gesprächsgruppe, wird trauernden Menschen helfen, in den Alltag zurückzukehren und mit dem Verlust leben zu lernen. Für eine pastoral und psychologisch kompetente Trauerbegleitung stehen in vielen Dekanaten eigens dazu ausgebildete Frauen und Männer zur Verfügung.

  

4.    Pastorale Handlungsmöglichkeiten 

4.1  Gespräche und Trauerbegleitung 

Für die Trauerarbeit, die Trauerzeit gibt es keine allgemeingültigen Regeln. Ferner ist der Aspekt der „Zeit“ nebensächlich. (Trauer ist manchmal erst viele Jahre später möglich).

Für die Trauerbegleitung gilt: keine Wertung, kein „richtig“’ oder „falsch“ vornehmen! Trauernde Menschen sind sehr sensibel, ob sie in ihrem „So-sein“ ernst genommen werden. Manchmal verhindern äußere Lebensumstände, dass die Trauer „verlustnah“ ausgelebt werden kann. Das Verlieren eines Kindes bedeutet den Verlust von Zukunft. Im Gegensatz dazu steht der Verlust eines Elternteils, welcher den Verlust von eigenen Wurzeln bedeutet. 

Fragen von Trauernden können sein:

-          Wie ist jemand gestorben (in Frieden oder schwer)?

-          War ein Abschiednehmen möglich?

-          Können Sterbe- und Trauererfahrungen in der Vergangenheit eine Hilfe sein für die jetzige Verlustsituation?

-          War das Erleben von Ritualen hilfreich oder belastend?

-          Wie gehe ich mit den Gefühlen von Nicht-begreifen-können, Gelähmt-sein, Wut, oder Schuld um?

-          Wie spüre ich meine Trauer körperlich? (Für trauernde Menschen gibt es ein höheres Erkrankungsrisiko).

-          Wie gehe ich mit dem inneren Zwiespalt zwischen dem Annehmen des Geschehenen einerseits und dem Sich-Wehren gegen das Geschehene andererseits um?

-          Bleibt noch genügend Lebenskraft zu einem neuen Lebensabschnitt ohne den verstorbenen Menschen? (Manche Trauernde verspüren den Wunsch, „nach-zu-sterben“.)

Für die Begleitung gilt: Dableiben, Aushalten, Ruhepunkte suchen, sich einfühlen, Körperkontakt (umarmen, berühren, erfahren lassen: du bist nicht allein!), Hilfe im Alltag organisieren; den Verlust nicht totschweigen (denn dies würde als nochmaliger Tod verstanden werden).

Auch ist es wichtig, in Predigten immer wieder einmal auf Traueraspekte einzugehen. Eine gute Hilfe ist es, Kondolenzkarten bzw. –briefe zu schreiben; solche Kondolenzpost hat den Vorteil, dass sie immer wieder gelesen werden kann, gerade in schlaflosen Nächten. Solche Zeichen der Anteilnahme und Zuwendungen schenken Trost. Trost kann nicht „gemacht“ werden, Trost ereignet sich, ist „göttliche Gnadenerfahrung“.

4.2    Namensgebung  

Eltern haben in der Erwartung eines Kindes diesem meist schon einen Namen gegeben. Das Mädchen oder der Junge hatte in der Familie bereits einen Platz. Darum ist es eine große Hilfe, wenn Eltern nach einer Fehl- oder Totgeburt ihr Kind mit einem Namen benennen dürfen. 

Auch bei „nichtbestattungspflichtigen Kindern“ ist eine Namensgebung möglich. Diese kann in einem „Formular“ (mit Eintragung von Namen, Hand- oder Fußabdruck, Haar u.ä.) dokumentiert werden. 

Für die Eltern kann es auch hilfreich sein, ein Foto ihres verstorbenen Kindes anzufertigen. Dies erscheint zunächst zwar irreal, hilft aber bei der Trauerarbeit. Ein totgeborenes Kind kann in (farbige) Tücher eingeschlagen, in ein so genanntes „Mosekörbchen“, gelegt werden. 

Wichtig in der Trauerarbeit ist vor allem, das verstorbene Kind als eigene Person wahrzunehmen und zu würdigen. So wird verhindert, dass das Kind in die Namenlosigkeit, in das Nichts, versinkt. Die Namensgebung schafft eine Verbindung zur Taufe: „Ich habe dich beim Namen ge-
rufen ...“ (Jes 43,1). 

Die Taufe kann bei einer Fehl- bzw. Totgeburt nicht gespendet werden, da nur lebende Menschen Sakramente empfangen können. Stattdessen empfiehlt sich aber ein Gebet über das Kind, evtl. in Form einer kleinen gottesdienstlichen Feier. Dies erscheint zunächst als Zumutung, hilft
aber bei der Trauerarbeit. 

Für die Eltern liegt in einer solchen Form ein großer Trost: sie geben ihr Kind aus ihren Händen in die Hände Gottes, der Übergang vom Leben zum Tod und vom Tod zum Leben in Gott wird erfahrbar und namentlich erlebt. 

4.3  Eintragung in das Totenbuch  

Es gibt keine Bestimmung, die eine Bestattung von Fehl- und Totgeburten im Rahmen einer liturgischen Feier ausschließt.

Kirchenrechtlich ist lediglich das kirchliche Begräbnis von Katechumenen und Kindern geregelt, die vor der Taufe verstorben sind (can.1183 §§ 1+2). Vielmehr wird in der von der Pastoralkommission und der Kommission Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Arbeitshilfe Nr. 109 vom 25./26. April 1993 die Möglichkeit einer Bestattung von Fehl- und Totgeburten im Rahmen einer liturgischen Feier bei Wunsch der betroffenen Eltern sogar empfohlen (S. 19), zum einen als gläubige Stärkung der betroffenen Eltern, zum anderen als Zeugnis für die Würde des menschlichen Lebens. (Vgl. die Vorschläge zur Gestaltung der liturgischen Feier in: Arbeitshilfe Nr. 109, S. 27 und 35). Nach der kirchlichen Bestattung von Fehl- und Totgeburten ist eine Eintragung in das Totenbuch der Pfarrei vorzunehmen. Eine Eintragung in das Totenbuch soll auf Wunsch der betroffenen Eltern auch dann vorgenommen werden, wenn diese einen Eintrag erbitten, obwohl nach einer Fehlgeburt kein Begräbnis möglich war oder beim Begräbnis eines totgeborenen Kindes keine kirchliche Feier stattfinden konnte (zu den Möglichkeiten anderer liturgischer Feiern vgl. Arbeitshilfe Nr. 109, S. 38f.). 

Die Eintragung in das Totenbuch erfolgt mit laufender Nummer. Unter der Spalte „Zuname des Verstorbenen“ wird der Name der Eltern des Kindes vermerkt, unter der Spalte „Vorname des Verstorbenen“ kann entweder ein Auslassungsstrich angebracht werden oder, wenn es von den gegeben Umständen her möglich ist, vermerkt werden: „Beabsichtigter Taufname (z. B. Johannes)“. Unter der Rubrik „Geburtsort und Geburtstag“ wird vermerkt: Ort der Geburt, Datum; in Klammern „Fehl- bzw. Totgeburt“. 

4.4  Umgang mit Eltern, die nicht einer Kirche angehören  

Auch Eltern, die aus der Kirche ausgetreten sind, sollte eine seelsorgliche Begleitung nicht verweigert werden. Die menschliche Würde des Kindes auf der einen und die Not und Sinnsuche der betroffenen Eltern auf der anderen Seite verlangen nach seelsorglichem Beistand. Alte kirchliche Rituale, die durch die gelebte Distanz zur Kirche in Vergessenheit geraten sind, können hier, in dieser Notsituation, einen neuen Stellenwert bekommen.

Für die Betroffenen ist es nach manchen negativen Erfahrungen mit der Kirche sicher wertvoll und hilfreich, zu spüren: die Kirche hat ein offenes Ohr für uns und versucht, sich in unsere bedrängende Lebenssituation hineinzudenken und hineinzufühlen.

 

Anhang

 1.          Bausteine

 

1.1                     Gottesdienstliche Formen des Abschiednehmens

 

1.1.1     Im Krankenhaus

 Unmittelbar vor oder nach der konkreten Situation im Krankenhaus können Formen des Abschiedes sehr hilfreich sein und der Trauer eine Richtung geben. Die Gestaltung sollte sehr an der Situation und den Gefühlen der Betroffenen orientiert sein. Deshalb ist freies Gebet oder ein Psalm, der die Hoffnung nach einer guten Perspektive in der Ewigkeit
(z. B. der gedeckte Tisch, wie im 23. Psalm) zum Ausdruck bringt.

Zu einer solchen Feier sollten mindestens die Eltern, vor allem der Partner eingeladen werden. Weitere Angehörige können und sollten (nach dem Willen der Eltern) ebenfalls hinzugezogen werden.

 Problematisch ist es, dass Frauen mit einer Fehlgeburt teilweise schnell entlassen werden, so dass sehr schnell reagiert und ein Termin vereinbart werden muss. Die Hebammen und Schwestern sind bei der Gestaltung des Rahmens hilfreich. Eine solche Feier findet im Regelfall im Zimmer oder im Kreissaal statt. Wo dies nicht möglich ist, bietet sich die Kapelle oder ein geeigneter Verabschiedungsraum in den Krankenhäusern an.

 Grundstrucktur einer solchen Feier könnte sein:

Kreuzzeichen

Freies Gebet (in die Situation)

Psalm

Symbolhandlung:

z. B.:   Weihwasser geben

           Kreuz mit Weihwasser auf die Stirn

           Kreuzzeichen auf die Stirn

           Streicheln der Wange (Einladung zur liebevollen Geste)

           Gaben für den Sarg überlegen und beilegen

           Einladung einen Brief an das Kind zu schreiben

           Lied singen (oder spielen)

           Einladung zum Sargbau oder zur Sarggestaltung

Vaterunser

Segensgebet und Segen

 

1.1.2             Auf dem Friedhof 

1.1.2.1     Katholischer Ritus für das Begräbnis 

In den Texten kommen bewusst keine Anreden wie „guter“ oder „gnädiger Gott“ vor. In schweren Situationen wie dieser scheint es näher am Gefühl der Trauernden, wenn vielmehr die uns „unbegreifliche“ oder sogar „fremde“ Seite an Gott anklingt. Wenn der Name des Kindes immer wieder genannt wird, empfinden das die Eltern als tröstlich. Entgegen den Erfahrungen in ihrer Umwelt hören sie hier, dass ihr Kind nicht einfach nur irgend eine Totgeburt ist, sondern schon ein unverwechselbarer Mensch, der nicht zuletzt von Gott bei seinem Namen gerufen wird. 

Eröffnung

V:     Im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

A:     Amen.

V:     Der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes sei mit euch.

A:     Und mit deinem Geiste.

V:     Jesus Christus -
         wir sind niedergeschlagen und traurig. Du hattest dieses kleine Ge- schöpf ins Leben gerufen. Die Eltern hatten sich so auf ihr Kind ge-         freut und liebten es schon.

         Jetzt sind wir alle voller Fragen;

         es ist dunkel um uns geworden;

         dass N.N. uns weggenommen wurde, tut weh; dass wir ihn/sie nicht          weiter aufwachsen sehen, macht unser Leben ärmer.

         Jesus Christus -

         wir schauen auf zu dir und deinem Vater;

         seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken;

         seine Wege sind nicht immer unsere Wege.

         Auch du musstest sterben.

         Aber der Vater hat dich aufgenommen in sein Licht.

         Lass auch N.N. Im Licht sein,

         lass ihn/sie mit dir beim Vater im Himmel leben.

         Uns aber gib die Kraft, unseren Weg weiterzugehen.

         Amen. 

KYRIE-RUFE

V:     Herr Jesus Christus, du hast unser menschliches Schicksal geteilt   und bist selber ein Kind geworden:

V/A:  Herr erbarme dich unser. 

V:     Du hast die Kinder geliebt und zu dir gerufen:

V/A:  Christus, erbarme dich unser. 

V:     Du hast allen, die werden wie die Kinder, das Himmelreich

         verheißen:

V/A:  Herr, erbarme dich unser. 

V:     Gott, du durchschaust die Herzen und tröstest die Trauernden. Du weißt um unseren Glauben, den Glauben dieser Eltern, die den Tod ihres Kindes beweinen. Gewähre ihnen Trost in der Zuversicht, dass es bei dir geborgen ist.

         Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

A:     Amen.

SCHRIFTLESUNG (Mk 10,13-16)

V:     + Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

         In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich   Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Ansprache

Psalm (Ps 22, 2-3.11-12.15-16.20)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen,*

    bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?

Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort;*

    ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.

Von Geburt an bin ich geworfen auf dich,*

    vom Mutterleib an bist du bei Gott.

Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe,*

    und niemand ist da, der hilft.

Ich bin hingeschüttet wie Wasser,/

    gelöst haben sich all meine Glieder.*

    Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.

Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe,/

    die Zunge klebt mir am Gaumen,*

    du legst mich in den Staub des Todes.

Herr, halte dich nicht fern!*

    Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe! 

V:        Lasset uns beten.

         Erhöre Herr das Gebet deiner Gläubigen. Du hast dieser Familie ihr Kind geschenkt und es ihr wieder genommen. Wir können deine Pläne nicht begreifen, aber wir wissen, dass du alle Menschen liebst. Darum bitten wir dich: Tröste deine Diener in ihrem Schmerz und richte sie auf in der Hoffnung auf deine Güte. Durch Christus, unseren Herrn.

A:     Amen.

V:        Weil wir hier keine bleibende Stätte haben, sondern die ewige
         Wohnung bei Gott suchen, müssen wir jetzt den Leib von N.N. zum Grab tragen. 

Auf dem Weg zum Grab:

V:        Zum Paradies mögen Engel dich geleiten,
         die heiligen Märtyrer dich begrüßen
         und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
         Die Chöre der Engel mögen dich empfangen,
         und durch Christus, der für dich gestorben,
         soll ewiges Leben dich erfreuen.

 Beisetzung

V:        Wir übergeben den Leib der Erde und empfehlen N.N. in die Hand                  des himmlischen Vaters.

         Was gesät wird, ist vergänglich, was auferweckt wird, ist herrlich.

         Gott verleiht uns den Sieg, selbst über den Tod, durch unseren ge-           kreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus.

 Der Priester/Diakon besprengt das Grab mit Weihwasser

 Dann wirft er Erde auf den Sarg

 V:        Von der Erde bist du genommen, und zur Erde kehrst du zurück.
         Der Herr aber wird dich auferwecken.

 Er macht das Kreuzzeichen über das Grab.

V:        Im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus ist Auferstehung und Heil. Der Friede sei mit dir.

Fürbitten

V:        Unbegreiflicher Gott, in dieser Stunde, in der uns die Trauer nie-             derdrückt, nehmen wir Zuflucht zum Gebet und rufen zu dir durch unsern Herrn Jesus Christus:
         Nimm dieses verstorbene Kind auf in das ewige Glück bei dir.

A:        Wir bitten dich, erhöre uns.

V:        Tröste die Eltern und Verwandten von N.N. und gib ihnen Kraft aus dem Glauben.

V:        Führe uns alle zum Wiedersehen und zur ewigen Vollendung in dir.

 

Vaterunser

 

V:        Auch wenn es uns schwer fällt, so versuchen wir doch zu Gott, unserem Vater, zu beten, wie Jesus uns zu beten gelehrt hat:

A:        Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.

         Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

         Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 V:        Ewiger Gott,

         wir empfehlen Leib und Seele des Kindes N.N. in deine Hände.                Vollende dieses junge Leben in deinem Reich und bewahre es zum ewigen Leben. Gib uns deinen Trost in unserer Trauer und lass uns erkennen, dass du uns nahe bist. Stärke uns im Glauben, damit wir nicht ganz verzweifeln. Erfülle uns mit lebendiger Hoffnung auf die Auferstehung und das Wiedersehen bei dir.

         Darum bitten wir durch Christus unsern Herrn.

A:        Amen. 

Segen 

V:        Der Herr sei mit euch.

A:        Und mit deinem Geiste.

V:        Der Herr segne euch und behüte euch;

         der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

         und sei euch gnädig;

         er wende euch sein Antlitz zu

         und schenke euch seinen Frieden.

         Das gewähre euch der allmächtige Gott,

         der Vater + und der Sohn und der Heilige Geist.

A:        Amen.

V:        N.N., lebe ewig in Christus!

1.1.2.2     Beisetzung am Kindergrabmal 

In den nachfolgenden Gebeten wurde auf der christlichen Basis auf spezifisch konfessionelle Anreden von Gott verzichtet. Dies hat seinen Grund darin, dass in Städten wie Hanau fast ein Drittel der Bürger u. Bürgerinnen Muslime, Andersgläubige oder konfessions- bzw. religionslos sind. 

Die Texte dienen zur Auswahl. 

1.    Eröffnung

 „Wir sind an diesen Ort gekommen, der nun der irdische Ruheplatz dieser Kinder sein soll.

I.  Wir wollen sie begraben im Namen Gottes, der treu ist wie ein Vater;

der klar und voll Widerspruch ist wie ein Sohn; der zugewandt und ehrlich ist wie der Hl. Geist'.

II. Wir wollen Ihre Kinder begraben im Vertrauen auf Gott, der uns nahe

     ist an diesem Ort, der uns Nahe ist, in der Weise unseres Glaubens.

 

2. Psalm/Text

I.  "Mitten im Leben der Tod. Er verstellt uns den Weg.

     Unglücklich stehen wir davor, begreifen, wie ohnmächtig wir sind.

     Worte haben ihre Kraft verloren, noch ehe wir sie sagen.

     Es ist so aussichtslos. Der Tod verfolgt uns überall hin.

     Gott, gib uns Kraft gegenüber diesem Tod.

     Lass uns nicht verloren gehen in unserem Schmerz."

     ("Erste Hilfe", VELKD, S. 63) 

II. Wochen, Monate warst du werdenden Müttern und

     Vätern vertraut als Gott des Lebens.

     Voll Freude, voll Erwartung spürten Frauen

     das wachsende Leben in sich.

     Du warst ihnen nahe, warst in ihnen.

     Aber jetzt spüren sie dich nicht mehr, das Kind, die Kinder sind tot.

     Seine Bewegungen, sein wachsendes Gewicht,

     nichts mehr zu spüren ‑ unwiderruflich.

     Ein Funke Hoffnung knistert, glüht Tief innen, tief unten:

     Leben endet nicht, Leben wandelt sich.

     Diese Kinder lassen sich wandeln von deinem und meinem Gott.

     Gib uns diese Hoffnung, gib uns Kraft aus dieser Hoffnung, jetzt für

     diese Stunde

      (nach: Gott verstehst du mich?, Gebet aus Krankheiterfahrungen,

      BO Rottenburg‑ Stuttgart 1992, S.19)

 

Psalm 8, 1-7

         Kv.: Herr unserer Herrscher, wie gewaltig ist dein

         Namen auf der ganzen Erde 

         Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde,

         deine Hoheit hast du über den Himmel gebreitet.

         Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du

         dir Lob, deinen Gegnern zum Trotz. –Kv

 Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Hände,

         Mond und Sterne, die du befestigst,

         was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,

         des Menschen Kind, dass du seiner dich annimmst? –

         Kv           

         Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, mit

         Herrlichkeit und Erde ihn gekrönt.

         Du hast ihn zum Herrscher über das Werk deiner

         Hände, hast ihm alles zu Füßen gelegt‑ Kv

 

         Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen

         Geist, wie im Anfang so auch jetzt und in Ewigkeit.

         Amen. ‑ Kv"

 

3. Gebet

I. Gott, wir verstehen die Wege nicht, die wir geführt werden.

     Wir sind betrübt und traurig und können uns unserer Tränen nicht wehren.

     Wir müssen annehmen, was unannehmbar ist.

     Wir mussten abgeben, was wir festhalten wollen.

     Wir müssen Unabänderliches hinnehmen.

     Barmherziger Gott, lass uns Hilfe finden, Menschen,

     die uns auf unserem Weg begleiten;

     Lass uns wieder ein Ziel finden, dem entgegen wir unsere Schritte lenken können.

     Lass uns wieder zu uns selbst und zu dir finden."

      ("Erste Hilfe", VELKD, S. 66)

 

II. Unbegreiflicher Gott, wir nennen dich Gott des Lebens, Niedergeschlagen und verständnislos sind wir hier zusammengekommen.

     Du der Lebende bist für uns verborgen.

     Du, das Licht, bist für uns unsichtbar.

     Wir legen dir das Geheimnis vor: dieses junge Leben, das vorbei ist.

     Zeige uns einen Schimmer des Lebensweges, der alle sichtbaren und unsichtbaren Welt durchzieht:

Zeige uns, wie das Leben durch Licht und Finsternis geht und das es mehr ist als sichtbare Existenz;

     dass du es auffängst im Geheimnis deiner Liebe.

     Gott, halte uns fest und gib uns Halt im Leben,

     darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen

      (nach: Mitten unter Euch, Trauertexte, beim Tod eines Kindes)

 

4. Schriftlesung:

Jesaja 3 8, 12.13a. 14b. 1 5a. 17

 

Lied des Hiskija:

Meine Hütte bricht man über mir ab, man schafft sie weg wie das Zelt eines Hirten. Wie ein Weber hast du mein Leben zu Ende gewoben, du schneidest mich ab wie ein fertig gewobenes Tuch. Ich zwitschere wie eine Schwalbe, ich gurre wie eine Taube. Meine Augen blicken ermattet nach oben: ich bin in Not Herr. Steh mir bei! Was kann ich ihm sagen, was soll ich reden, da er es selber getan hat? Du hast mich aus meiner bitteren Not gerettet, du hast mich vor dem tödlichen Abgrund bewahrt.
(20) Der Herr war bereit, mir zu helfen; wir wollen singen und spielen im Haus des Herrn, solange wir leben.

 

2 Kor 5,6‑9

Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes
ewiges Haus im Himmel. Wir sind also immer zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind; denn als Glaubende gehen wir unseren Weg nicht als Schauende. Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein. Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen, ob wir daheim oder in der Fremde sind.

 

Mk 10, 13‑16

In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegt. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie die Kinder, der wird nicht hinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme, dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

 Joh 14,1‑3

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit ihr dort seid, wo ich bin.

5. Zeichenhandlung: Kerze anstecken

Wir laden Sie ein, dieses mitgebrachte Licht für Ihr Kind anzustecken. Halten Sie dieses Licht in Ihrer Hand, damit es Ihnen Wärme spenden kann. Es möge leuchten für Ihr Kind und für Sie in Stunden, da es dunkel und traurig um Sie wird.

 

6. Beisetzung

(Evangelischer Vertreter)

Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er gestorben ist, und jeder, der an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.

 

Im Vertrauen auf Gott geben wir diese Kinder hin. ‑Särge einsenken. ‑ Wir vertrauen sie der Barmherzigkeit Gottes an. Er gebe ihnen Frieden. Er segne ihren Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit.

Amen.

 

(Katholischer Vertreter)

Von der Erde seid ihr genommen, und zur Erde kehrt ihr zurück. Der Herr aber wird euch auferwecken.

(Arbeitshilfen 109, DBK Eltern trauern um ihr totes neugeborenes Kind)

7. Gebet und Vaterunser

I. Gott, höre unser Gebet und lass dich angehen von

     unseren Klagen und Fragen.

     Wir sind voll Trauer über den Tod dieser Kinder.

     Alle Freude, alle Pläne und Hoffnungen, die mit ihnen verbunden waren, sind zerstört.

     Wir verstehen nicht, warum diese Kinder sterben mussten,

     warum ihre Familien dieses Unglück trifft.

     Wir haben so viele Fragen, und die Ungewissheit quält uns und nimmt uns den Frieden.

     Gott, wir bitten dich, nimm diese Kinder zu dir und lass sie bei dir geborgen sein.

     Tröste uns mit dieser Zuversicht, steh uns bei in unserer Trauer.

     Gib, dass wir mit diesem Tod einmal Frieden schließen können.

     Hilf uns, dass die Wunden heilen können,

     die das frühe Sterben dieser Kinder in die Herzen von Menschen geschlagen hat.

      (nach: Gott verstehst du mich?, Gebet aus Krankheiterfahrungen, BO Rottenburg‑ Stuttgart

      1992,S. 67f)

Vaterunser
 

II. Wir wollen unsere Gedanken und Gefühle dem Gott allen Lebens
     vorlegen:

-    für die Eltern, die diesen Kindern ein warmes Zuhauses geben wollten und ihr Kind so lieb hatten, dass sie ihr Leid in Worte und Zeichen fassen und anderen mitteilen können, die mit ihnen fühlen.

-    Für die Verwandten und Freude dieser Kinder, dass sie weiter auf das Leben vertrauen, dass sie einander Trost und Halt geben in dunkeln und schweren Stunden und das sie sich einander ermutigen und Hoffnung geben.

-    Für die Menschen, die sich um diese Kinder bemüht haben, die Ärzte,       Schwestern, Pfleger und Hebammen, dass ihnen ihre Mühe vergolten wird.

-         Für die Kinder, die wir beigesetzt haben, dass sie nun Heimat, Licht und Geborgenheit finden bei Gott und einen Platz im Himmel, wo wir sie dereinst wiedertreffen werden.

Guter Gott, wir sprechen unsere Gedanken und Gefühle in dieser Gebetsform vor dir aus. Nimm sie an, und erhöre sie; Darum bitten wir dich im Namen Jesu, unseres unvergessenen Bruders und Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist, lebt in alle Ewigkeit. Amen.

(nach: Mitten unter Euch, Trauertexte, beim Tod eines Kindes)

 

Vaterunser 

8. Segen

I.

„Gesegnet deine Trauer, dass du nicht erstarrst vor Schmerz, sondern Abschied nehmen und dich behutsam lösen kannst, ohne dich verloren zu geben.“

„Gesegnet deine Klage, dass du nicht verstummst vor Entsetzen, sondern herausschreien kannst, was über deine Kraft geht und dir das Herz zerreißt.“

„Gesegnet deine Wut, dass die Entmutigung dich nicht überwältige, sondern die Kraft in dir wachse, für dich zu kämpfen, trotzdem dein Leben zu wagen.“

„Gesegnet deine Einsamkeit, dass du Raum findest, Vergangenes zu ordnen, ohne schnellen Trost zu suchen und in blinder Flucht Unheil auf dich herabzuziehen.“

„Gesegnet du, dass du Unsicherheit aushalten und Ängste bestehen kannst, bis du wieder festen Grund unter deinen Füßen spürst und ein neuer Tag dir sein Licht schenkt.“ (S. Naegli) 

Dazu segne, beschütze und begleite euch, der dreifaltige und liebende Gott. Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

 

II.

Segen der Trauernden - von Marie-Luise Wölfing:

Gesegnet seien alle,

die mir jetzt nicht ausweichen.

Dankbar bin ich für jeden,

der mir einmal zulächelt

und mir seine Hand reicht,

wenn ich mich verlassen fühle.

 

Gesegnet seien die,

die mich immer noch besuchen,

obwohl sie Angst haben,

etwas Falsches zu sagen.

 

Gesegnet seien alle, die mir erlauben

Von dem Verstorbenen zu sprechen.

Ich möchte meine Erinnerungen

Nicht totschweigen.

Ich suche Menschen,

denen ich mitteilen kann, was mich bewegt.

Gesegnet seien alle,

die mir zuhören,

auch wenn das,

was ich zu sagen habe,

sehr schwer zu ertragen ist.

 

Gesegnet seien alle,

die mich nicht ändern wollen,

sondern geduldig so annehmen,

wie ich jetzt bin.

 

Gesegnet seien alle,

die mich trösten

und mir zusichern,

dass Gott mich nicht verlassen hat.

 

Oh Herr, berge Du uns alle in Deiner Hand;

Rühre uns an mit Deiner Kraft

Nimm Du dich unser an.

Bei dir bleiben wir

Im Leben wie im Tod.


 

Dazu segne, beschütze und begleite euch der dreifaltige und liebende Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

9. Spezifisch konfessionelle Abschiedsriten

Einleitung:

Auf der gemeinsamen Grundlage des Glaubens an Gott konnten wir beten. In den verschiedenen christlichen Kirchen gibt es Zeichenhandlungen, die unterschiedlich sein können.

9.1. Weihwasser/ Segnung des Grabes (kath. Vertreter)

Dieses Grab, in dem wir Ihre Kinder beigesetzt haben, soll gesegnet sein. Es möge eine Kraft ausgehen von dieser Grabstätte, die Wege ins Leben bereiten. Dazu möchte ich geweihtes Wasser verwenden. Wasser ist von Urzeiten an ein Symbol für das Leben. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass wir hoffen und glauben, dass die Liebe und das Leben stärker ist als der Tod, weil Christus selbst drei Tage im Grab gelegen hat und das Grab deshalb zur Hoffnung geworden ist.

 9.2. Erde (evangelischer Vertreter)

Diese Erde ist Gottes Erde und wird auch unsere Heimat sein, bevor wir in der Auferstehung zum ewigen Leben von Gott gerufen werden. Auch hier gilt: „Die Erde ist des Herrn und alles was darin ist.“ Als gläubige sagen wird: „Von der Erde seid ihr genommen; zur Erde werdet ihr werden; der Herr wird euch auferwecken am Jüngsten Tag (dreimal Erde werfen und sagen): Jeder ist Teil der Schöpfung. Gott erbarme sich aller. Keiner geht verloren!

 9.3. Blumen (kath. Vertreter)

Blumen, die auf den Sarg gestreut werden können. Blumen – das ist Farbe, das ist Leben. Schönheit – das ist Werden, Blühen, aber auch Welken und Neuwerden. Wenn wir den Sarg mit Blumen schmücken, dann fordern wir das Leben gegen den Tod heraus, dann halten wir uns fest am Leben, das über den Tod hinausgeht, das dem Tod standhält, das aus dem abgeschlagenen Zweig neu blüht. Gleichsam als Zuspruch für Ihre Kinder sei gesagt: Euer Leib ist Gottes Tempel, er schenke Euch ewige Freude bei Gott.

9.4. Licht (evangelischer Vertreter)

Das Licht, das Sie in den Händen tragen soll als Zeichen der Erinnerung mitgenommen werden. Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer an mich glaubt, lebt nicht in der Finsternis.

Schlusswort
Sie sind nun eingeladen, in persönlicher Art und Weise Abschied zu nehmen. Dazu stehen Ihnen die hier bereitgestellten Dinge zur Verfügung.

Abschluss
·        Es wurde im Anschluß an die Beisetzungen zu einer Begegnungs-
mögichkeit und zum Gespräch bei einer Tasse Tee eingeladen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Einladung nur wenig oder selten angenommen wurde. Dennoch sollten lokale Gepflogenheiten hier eine Einladung gestalten. In jedem Fall ist das Gespräch im Anschluß an die Beisetzung unbedingt erforderlich.

·        Für muslimische Angehörige hat es sich bewährt, dass eine große Schaufel bereit steht, da es in deren Tradition üblich ist, das Grab selbst (vollständig) zu schließen. Dieses Angebot wurde bislang gemacht und in den meisten Fällen besonders von den Vätern angenommen.

 1.2         Gedenkgottesdienste

 In manchen Orten ist es üblich geworden, in regelmäßigen Abständen Gedenkgottesdienste zu feiern. Diese werden von betroffenen Eltern zusammen mit Seelsorgern und Seelsorgerinnen gestaltet. Solche Gedenkgottesdienste erweisen sich als Hilfe gerade in jenen Monaten, in denen die Trauer übermächtig zu werden droht (November bzw. Dezember).

Ein Gottesdienst mit der Möglichkeit, sich anschließend in einem geeigneten Raum zum Gespräch zu treffen, hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Gut wäre es, wenn der Kreis der eingeladenen Gottesdienstbesucher nicht auf den engen Raum einer einzelnen Kirchengemeinde eingegrenzt würde und der Gottesdienst in einer zentral gelegenen Kirche stattfinden könnte, um eine eventuell erwünschte Anonymität zu ermöglichen.

 1.2.1   Struktur

Als Struktur eines Gedenkgottesdienstes hat sich herausgebildet:

·         Begrüßung

·         Einführendes Gebet (Inhalt: Klage über den erlittenen Verlust)

·         Biblische Verkündigung (Inhalt: Gott trägt im Verlust)

·         Hoffnungszeichen (Symbolhandlung: Kerzen des Gedenkens wer    den an der Osterkerze entzündet)

·         gemeinsames Gedenk- und Hoffnungsgebet

·         Segen.

 

1.2.2     Ökumenische Gottesdienste

 

1.2.2.1     Modell 1

Vorbemerkungen zu den Gedenkgottesdiensten:

·         Die am Gottesdienst Beteiligten sollten vorgestellt werden.

·         Die Lieder sind Vorschläge. Generell sollte beachtet werden:

     der Musik kommt eine besondere Bedeutung zu, sollte der      Chor/Instrumentalisten sichtbar sein, (zu vieles in der Trauer ist un-  sichtbar). Die Gottesdienstteilnehmer spüren dies als wohltuend in   ihrer Trauer;

·         Bei der Musikauswahl sollte darauf geachtet werden, dass die Mu-   sik nicht „schwer depressiv“, sondern getragen, melodisch und harmonisch klingt und von Vertrauen und Hoffnung spricht;

·         Falls es nicht möglich ist, mit einem Chor zusammenzuarbeiten, können auch verschiedene Taizé-Gesänge verwendet werden.

·         Bei der Vorlage wurde darauf verzichtet, eine Einteilung vorzunehmen, wer, wann, was sagt und tut. Dies hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab und bedarf keinerlei „Vorschriften“.

 

Beginn: Chor   „Keinen Tag soll es geben“

Eröffnung, Begrüßung, liturgischer Beginn:

Wir möchten Sie alle hier in dieser Kirche begrüßen. Sie sind unserer Einladung zum ökumenischen Gedenkgottesdienst für Eltern, für Familien, die ein Kind, die einen Bruder, eine Schwester viel zu früh verloren haben, gefolgt. Ein Kind zu verlieren, einen Bruder eine Schwester zu verlieren, ist etwas unvorstellbares, aber leider sehr häufig auch bittere Realität. Diese bittere Realität des Lebens verbindet uns.

 Es sind heute Abend Menschen hier mit sehr unterschiedlichen Betroffenheiten: Eltern, Geschwister, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Klinik, Begleiter und Begleiterinnen in den Trauerzeiten, Menschen die eine Sensibilität für das Schicksal anderer Menschen bewahrt haben.

(an dieser Stelle sollten die Beteiligten des Gottesdienstes vorgestellt werden – damit die Gottesdienstbesucher später die Möglichkeit haben Kontakte zu knüpfen.)

 Stellen wir diesen Gottesdienst ganz bewusst unter das Zeichen von Kreuz und Auferstehung.

Unter dem Namen Gottes, der uns mit unserer Sehnsucht geschaffen hat.

Unter den Namen Jesus Christus, der uns in seinem Leid solidarisch wurde.

Unter den Namen des Heiligen Geistes, der uns untereinander verbindet und in dessen Kraft wir an die Auferstehung glauben.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.

 

Gebet:

Hier sind wir, Gott, vor Dir, so wie wir sind.

Mit unserer Anspannung, unserer Traurigkeit und Enttäuschung.

Mit unserer Wut, unserer Ungeduld und Angst.

Mit unserer Hilflosigkeit und unserer Ohnmacht.

Mit unserem Glauben, dass Not und Leid nicht das letzte Wort haben.

Mit unserer Hoffnung nach dem Gelingen im Leben und mit unserer Sehnsucht nach dem Getragen werden durch das Leben, durch Dich und durch unsere Mitmenschen.

 Jeder braucht eine Klagemauer:

Jeder braucht einen Platz, um sich auszusprechen, auszuweinen, anzulehnen, schwach zu sein.

Jeder. Jede.

Der kleine Bub, dem man gesagt hat, dass Jungen nicht weinen, der Star der seinen Ruhm nicht verkraftet.

Die Frau, die an ihren Sorgen zu zerbrechen droht, oder der Geschäftsmann, der am unerbittlichen Konkurrenzkampf leidet.

Jeder. Jede braucht einen Platz, an dem der Schmerz gut aufgehoben ist.

Für die Juden ist dieser Ort die letzte Mauer des zerstörten Tempels, die Klagemauer.

(aus: I. Hartmann, „Worte heute“, Aktion 365 S. 61)

 

Wir kennen aus unserer heutigen Zeit viele Klagemauern, ein Tagebuch, ein Gedicht, einen Brief, einen alten Baum, Musik die ich mag, Menschen, die mir zuhören.

In der Bibel kennen die Psalmisten die Klagepsalmen. Wir Menschen werden darin immer wieder eingeladen unsere persönlichen Klagen zu Gott zu tragen.

 

Tragen wir heute, das Beklagenswerte in und aus unserem Leben zu Gott:

Kyrieruf

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind nicht weiter leben durfte.

     In der Schwangerschaft habe ich mich über das wachsende Leben gefreut, dann ist alles so ganz anders gekommen als ich es erhofft hatte. Das Leben wurde vom Tod jäh unterbrochen.

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind während oder kurz nach der Geburt verstorben ist.

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind ganz plötzlich, am sog. plötzlichen Säuglingstod gestorben ist.

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind und meine Ehefrau, die Geburt nicht überlebt haben.

Kyrieruf

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind durch einen jähen Unfall verstarb.

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Kind an den Folgen einer Krankheit verstarb, nachdem es lange im Krankenhaus lag.

Kyrieruf

·        Herr, ich klage darüber, dass ich in so großer Not war und mein Kind abgetrieben habe.

·        Herr, ich klage darüber, dass mein Leben eine so jähe Wendung genommen hat, dass Verlust, Tod und Trauer mein Leben bestimmen.

·        Herr, ich klage darüber, dass meine Umwelt oft meint, die Trauer müsste längst abgeschlossen sein.

Kyrieruf

·        Herr, ich klage darüber, dass Du mir so viele Steine auf meinen Lebensweg gelegt hast.

·        Herr, ich klage darüber, denn mein Kind fehlt mir.

Kyrieruf

STEINE  -  MEDITATION

Da liegen sie vor uns – Steine. Keine großen Brocken, einfache Kieselsteine. Aus weißen, aus grauem Marmor. Rund geschliffen durch die Zeit. Klein und doch unnachgiebig hart.
·        Nehmen Sie ihn ruhig in die Hand,

·        spüren sie ihn,

·        kalt, hart, rund.

Sie erinnern uns, wie steinig das Leben sein kann.

·         Manch einer, manch eine von uns, war heute auf dem Friedhof, zu zweit, allein, mit der Familie. Wir standen vor dem Grabstein, der so unerbittlich die Macht des Todes spürbar macht.

·         Ihn zu sehen und zu spüren tut weh. Und doch tut es mir gut, diesen Stein meiner Trauer zu haben, den Ort der Erinnerung, Fluchtpunkt zwischen Leben und Tod.

·         Manchen von uns fehlt er auch, dieser Stein der Trauer, der Grabstein. Da lastet es schwer auf der Seele, keinen Ort der Stille und des Gedenkens zu haben.

·         Wie oft liegt mir die Trauer wie ein Stein auf der Seele. Dann habe ich kaum Luft zum Atmen, dann wird mir jeder Schritt im Alltag zur Last.

·         Und manchmal liegt mir so ein Stein im Weg. Wenn ich denke, jetzt geht es schnell gerade aus auf meinem Lebensweg, alles klar und eben, dann liegt er da, ein Stolperstein, kantig, kalt. Ich gerate ins Straucheln. Ich brauche Halt.

·         Aber Steine lassen sich auch verändern. Unsere Kieselsteine wurden rund geschliffen, durch Zeit und Wasser. Ein Bildhauer schlägt aus einem rohen Block eine Skulptur, formt ihn nach seiner Vorstellung.

·         Doch wie oft habe ich das Gefühl, nicht Bildhauer zu sein, sondern Stein, der beschlagen wird und in eine Form gebracht, die ich gar nicht will. Oder wie dieser Kieselstein, alle Ecken und Kanten an mir abgeschliffen.

Steine gehören zu meinem Leben. Ich habe ihn mir nicht ausgesucht. Und immer wieder stehe ich da und meine, ich bin ganz allein mit der Last, kann nicht reden, habe Angst davor, mich zu öffnen, habe oft einfach keine Kraft.

Es tut mir gut, wenn ich dann den Blick wende, nach rechts, nach links und sehe. Es gibt noch andere Steine. Es gibt andere Leben, die eine solche Last zu tragen haben.

Das macht mir Mut, den Stein aufzunehmen, denn mein Lebensstein will auch gestaltet und geformt werden, so wie ein Kiesel, langsam, durch Zeit und Geduld, in kleinen Schritten.

Ich kann meine Trauer tragen. Ich kann meinen Stein auch immer wieder loslassen, eine Rast machen, neue Kraft schöpfen. Andere sind da, die mir helfen.

Wir laden Sie ein, den Stein nach vorne vor den Altar zu tragen. Ihn für eine Zeit loszulassen, zu sehen: da sind auch andere Steine, ich bin nicht allein. Sie müssen nicht alleine gehen und loslassen. Sie können zu zweit kommen, als Familie. Wir brauchen auch Geleit, Begleitung.

Sie können ihn, wenn Sie möchten, gerne mit einem Namen versehen, mit Initialen oder mit einem Zeichen. Denn auch das gehört zu unseren Lebenssteinen, dass wir sie aneignen und annehmen als die eigenen, die ganz persönlich zu uns gehören.

Die Musik wird uns auf unserem Weg begleiten.

Flöten/Piano – Instrumental

Lesung:  aus Jesaja 42, 1-6

Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.

2 Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.

3 Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.

4 Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.

5 So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist:

6 Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein.

 

Angebot des Lichtes

Während des bisherigen Gottesdienstes hat hier im Altarraum die Osterkerze ihr Licht verbreitet. Es ist das Symbol der Verwandlung, der Auferstehung. Die Bibel bezeugt von Jesus Christus: »Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben.«

Es ist die Fortsetzung des gehörten Jesajatextes: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.“

Diese Zusage Gottes gilt für alle Menschen. Und trotzdem müssen wir  diese Zusage immer wieder erspüren und manchesmal uns auch ihrer vergewissern. „Sende Licht auf meinem Weg, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Bitte gib mir Licht auf meinem Weg, dass ich sehen kann, wo es weitergeht. Ich brauche Licht auf meinem Weg und Kraft weiter zu geh’n. Du bist das Licht auf meinem Weg, bitte gib mir die Hand, wenn es steinig wird.“

In solchen oder in ähnlichen Worten könnten wir unser eigenes Empfinden, unsere Suche und Sehnsucht zu Gott tragen.

Wir möchten Sie nun einladen, sinnenhaft dieses Angebot Gottes zu erfahren. Dabei wird auch deutlich werden, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, ein Licht zu entzünden. Mancher Docht scheint sich dem Licht zu verweigern, er braucht Zeit um sich entzünden zu lassen. So wie auch wir Menschen oft Zeit benötigen, manchmal ist es uns nicht möglich ein Licht aufzustellen. Manchmal ist es noch nicht möglich.

Das Licht der Kerze ist auch oft gefährdet. Die Kerze kann erlöschen. Der Wind kann sie ausblasen. Ich selbst oder andere können sie löschen oder wieder neu entzünden.

Das Licht kann weitergegeben werden. Manchmal tut es gut, wenn andere auf mich zukommen. Es wird hell in mir. Manchmal ist es mir möglich, auf andere zuzugehen. Dann verbreite ich Wärme und Licht. Wenn wir viele Kerzen entzünden, dann wird deutlich: Ich stehe nicht alleine. Mein Schicksal ist kein Einzelschicksal. Wir können uns gegenseitig unterstützen. Wir laden Sie ein, zu den Steinen ein Kerzenlicht aufzustellen, wenn es ihnen möglich ist, können Sie dieses Licht weitergeben, wenn Sie es möchten, können Sie von anderen das Licht in Empfang nehmen.

Unser Tun, wird musikalisch mitgetragen werden.

 Flöte/Instrumental/ Gesang

Gebet:

Mit diesen Kerzen gedenken wir unserer geliebten Kinder, die gestorben sind.

Der Tod hat uns gezwungen, diese Kinder, die wir so gerne halten wollten, loszulassen. Während wir die Kerzen entzündet haben, schicken wir eine Botschaft los. Die Botschaft an Gott lautet: Lass uns Dein Licht spüren, lass uns spüren, dass unsere Kinder in Deinem Licht geborgen sind. Die Botschaft an die Gemeinde, an unsere  Mitmenschen lautet: Unsere Kinder waren erwünscht, waren wirklich, wurden geliebt, werden betrauert und werden erinnert.

Als trauernde Familie geben wir einander die Botschaft: Ihr seid nicht allein. Mit gegenseitiger Unterstützung schaffen wir es und wachsen. Die Botschaft an unsere geliebten Kinder, von denen wir heute gesprochen haben ist:

Wir denken an Euch! Wir vermissen Euch! Wir lieben Euch!

(aus: Gebet für trauernde Eltern - Quelle verloren gegangen)

 Stille

Zusage:

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.

In dem folgenden Kanon wird diese Zusage Gottes besungen.

Lied: Kanon: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

 

Gemeinsames Gebet:

Herr, ich möchte vertrauen können

Herr, ich möchte vertrauen können,  - gib mir die Kraft dazu.

Ich möchte vertrauen können, dass ich in Deiner Hand geborgen bleibe, wenn ich zweifle, weil die Last zu schwer geworden ist.

Ich möchte vertrauen können, dass Deine Liebe mir das Herz zu öffnen vermag, wenn es sich aus Kummer und Bitterkeit verschließen will.

Ich möchte vertrauen können, dass Du auch dort einen Ausweg weißt, wo ich nicht mehr weitersehe.

Ich möchte vertrauen können, dass Du versöhnst und vergibst, wo Schuld und Sünde mich bedrücken.

Ich möchte vertrauen können, dass Du mir Deine heilende Nähe schenkst, wenn ich mit Angst und Dunkelheit alleine bin.

Ich möchte vertrauen können, dass Du mir Menschen an die Seite gibst, die es gut mit mir meinen, und die mich das auch erfahren lassen.

Ich möchte vertrauen können, dass Du mir die Kraft gibst, die ich brauche um den Tag zu bestehen.

Herr, ich möchte vertrauen können – gib mir die Kraft dazu.

 (von: Alfons Gerhardt, aus: Gebete meines Lebens, Schwabenverlag, S. 32)

In diesem Vertrauen können wir miteinander, das Vaterunser singen.

gemeinsames Vaterunser  (gesungen)

Schlusslied:

Begleitung und Loslassen sind immer wieder Pole in der Trauer, und dies kann deutlich werden, in dem es während des Schlussliedes es möglich ist, das Licht und die Steine zu holen, damit sie mitgenommen werden können, oder auch das Licht und die Steine zurückzulassen.

Lied: „Und ein neuer Morgen“
 

Segen:

Im Anschluss an den Gottesdienst sollte man eine Einladung aussprechen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Lied: „Gott hat seinen Engeln befohlen“

1.2.2.2       Modell 2

Beginn: Chor „Spuren aus Licht“

 Begrüßung und liturgischer Beginn

 Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 Wir begrüßen Sie zu unserem Gedenkgottesdienst.
Wir, das sind (an dieser Stelle sollten die Beteiligten des Gottesdienstes vorgestellt werden – damit die Gottesdienstbesucher später die Möglichkeit haben Kontakte zu knüpfen)

"Sammle meine Tränen in deinen Krug."

Wie oft haben wir geweint um unsere Kinder, ungezählte Tränen. Tränen der Trauer über den Verlust der Tochter, des Sohnes, Tränen der Wut auch, weil es so unfassbar ist, dieses Schicksal und viele so schnell über unsere Trauer hinweggehen wollen.

Wir wollen heute miteinander Gottesdienst feiern, weil wir auf der Suche sind nach einem, der unsere Tränen sammelt. Weil wir Trost suchen und Hoffnung, die über den Tod hinausreicht.

Wir feiern nun zum zweiten Mal miteinander diesen Gottesdienst,

·        als Eltern die ein Kind früh verloren haben,

·        als Geschwister, die eine Schwester oder einen Bruder,

·        als Großeltern, die ein Enkelkind verloren haben,

·        als Freunde und christliche Gemeinde, die wir diesen
Weg der Trauer mitgehen wollen.

 Von unserem ersten Gottesdienst haben wir wieder mitgebracht die Steine der Trauer, die im vergangenen Jahr zurückgelassen werden konnten. Aber auch die Kerzen, die Lichter des Trostes, die zurückbleiben mussten. Und wieder haben wir die Osterkerze entzündet.

 Unsere Bedrückung und die Hoffnung, beides soll nicht vergessen und verdrängt sein, soll seinen Platz haben in diesem Gottesdienst.

So sehen Sie hier vorne vor dem Altar auch einen Menschen, der beides erlebt. Die gedrückte Haltung des Schmerzes, mit seinen Tränen, die fließen wie in einem Strom.

Und dann sehen wir ihn wieder diesen Menschen, er ist aufgestanden, macht sich auf den Weg. Das Vergangene ist nicht verdrängt, der Strom der Tränen nicht abgeschüttelt, aber der Mensch ist der Zukunft zugewandt.

 "Sammle meine Tränen in deinen Krug."

In diesen Worten aus dem 56 Psalm spüre ich diese Trauer und spüre auch zugleich die Hoffnung. Ich wünsche uns, dass wir sie weinen können, unsere Tränen, in der Gewissheit, sie gehen nicht verloren. Gott sammelt sie.

In diesem Vertrauen möchte ich beten:

GEBET

Hier sind wir, Gott, vor Dir.
So wie wir sind.
Mit unserer Anspannung,
Mit unserer Traurigkeit und Enttäuschung.

Mit unserer Wut, unserer Ungeduld und Angst.
Mit unserer Hilflosigkeit und unserer Ohnmacht.
Mit unserem Glauben,
dass Not und Leid nicht das letzte Wort haben.
Mit unserer Hoffnung nach dem Gelingen im Leben.
Und mit unserer Sehnsucht nach dem Getragen werden
durch das Leben,
durch Dich
und durch unsere Mitmenschen.

 "Sammle meine Tränen in deinen Krug.
  ich bin sicher, du zählst sie alle."

 Lesung: Psalm 56 Vertrauen und Furchtlosigkeit 

(Text nach der  Übersetzung „Gute Nachricht“)

2 Gott, hab Erbarmen mit mir, denn man stellt mir nach, unaufhörlich werde ich bedrängt und angefeindet!

4 Doch wenn ich Angst bekomme, setze ich mein Vertrauen auf dich.

5 Ich preise Gott für sein helfendes Wort. Ich vertraue ihm und habe keine Angst: Was könnte ein Mensch mir schon tun? 

9 Du weißt, wie oft ich umherirren mußte. Sammle meine Tränen in deinen Krug; ich bin sicher, du zählst sie alle!

10 An dem Tag, an dem ich dich zu Hilfe rufe, weiß ich es: Du, Gott, stehst mir bei!

12 Ich vertraue ihm und habe keine Angst:  

14 Denn du hast mich gerettet, meine Füße vom Abgrund zurückgehalten. Ich darf in deiner Nähe weiterleben, weil du mich das Licht noch sehen läßt.

 Tränenmeditation,
dazwischen das Lied: Trauer und Wut/Hoffnung und Mut
(Text: Trauer und Wut, Trauer und Wut und dennoch, und dennoch Hoffnung und Mut / Bea Nygen, ökum. Frauengottesdienst, Katholikentag in Mainz)
 

In der Bibel werden immer wieder Menschen benannt, die erschüttert sind, die nicht mehr ein und aus wissen, die traurig und wütend sind, Menschen die am Rande ihrer Kräfte stehen.

Viele Berichte geben davon Zeugnis, dass sie ihrer Wut, ihrer Klage, ihrer Verzweiflung, ihrer Anklage, ihres Nichtverstehens, Raum gegeben haben. Oft haben sie andere Menschen gesucht, um sich auszusprechen, sich anzulehnen, rasten zu können. Viele haben sich ihrer Tränen nicht geschämt und haben geweint.

 Von Hanna wird in 1.Sam 1,10 berichtet, dass sie ganz verzweifelt war und unter Tränen zum Herrn betete.

Im 2. Buch Samuel wird berichtet, dass König David die Nachricht vom Tode seines Sohnes Amnon erfährt. Er wurde ermordet. David und der ganze Hofstaat begannen laut zu weinen.

 Im 2 Buch der Könige wird ausgesagt, das Elischas Gesicht starr wurde vor Entsetzen und dass dann der Mann Gottes in Tränen ausbrach.

 Auch König Hiskija, der in der Zeit des Propheten Jesaja lebte, brach in Tränen aus und weinte laut.

Im Johannesevangelium wird beim Tode des Lazarus berichtet, dass Jesus weinte.

Weinen, Tränen vergießen, Tränen ausschütten, sich auszuweinen scheint für Menschen zu allen Jahrhunderten, -tausenden eine heilende Kraft zu sein. Auch wir brauchen uns unserer Tränen nicht zu schämen!

Sprechen wir laut aus, was wir zu beweinen haben.

Der Chor wird uns dabei unterstützen, indem er mit und für uns: Trauer, Wut, Hoffnung und Mut ausdrückt.

 Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
·        Ich beweine, dass mein Kind nicht weiterleben durfte.

·        Ich beweine, dass das Leben meines Kindes in der Schwangerschaft vom Tod jäh unterbrochen wurde.

·        Ich beweine, dass ich mein Kind nicht für lange Zeit habe aufwachsen sehen können.

Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
·        Ich beweine, dass ich durch einen Unfall mein Kind verloren habe.

·        Ich beweine eine lange Zeit der Krankheit, des Hoffens und des Bangens.

·        Ich beweine, dass meine Zukunft so leer erscheint.

Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
·        Ich beweine, dass mir mein Kind fehlt.

·        Ich beweine, dass Tod und Trauer mein Leben bestimmen.

·        Ich beweine, dass Du Gott, mir so unendlich ferne erschienen bist.

Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
·        Ich beweine, dass Menschen mich oft nicht verstehen können.

·        Ich beweine meine Angst und Unsicherheit.

·        Ich beweine so vieles, was mir unaussprechlich ist.

Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
·        Ich beweine, dass ich mich selbst nicht mehr kenne und verstehe.

·        Ich beweine, dass ich nicht „mehr“ helfen konnte

·        Ich beweine meine Wut und meine Traurigkeiten

Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
·        Ich beweine, mein Kind, und den mir unvergesslichen Namen.

Chor/Alle: Trauer und Wut//Hoffnung und Mut
 

Gebet:

Fasse meine Tränen in deinen Krug

Du hast gesagt, du wolltest denen nahe sein, die zerbrochenen Herzens sind, und dir hat man vorhergesagt, du werdest den klimmenden Docht nicht verlöschen und das geknickte Schilfrohr nicht vollends zertreten.

Im Vertrauen auf diese Worte kommen wir zu dir, traurig, bedrückt, verstört und zweifelnd als Mutter und Vater, Bruder und Schwester, als Großmutter und Großvater. Unser Kind musste sterben zur Unzeit, und niemand kann uns sagen, warum und wozu das gut sein sollte.

 Wir wissen es geborgen bei dir. Aber es fehlt uns so sehr. Wir sehnen uns nach ihm und wissen doch, dass wir es in dieser Zeit nie mehr sehen werden.

 Darum halten wir uns an ein Zeichen von Dir, Du hast gesagt, dass du das Licht der Welt bist, unser Licht.

Wenn wir hoffnungslos sind, so haben wir dennoch die Hoffnung auf dein Licht noch nicht aufgegeben.

Wenn unsere Tränen fließen, so können wir doch manchmal den Lichtschein erahnen.

So sind wir verbunden miteinander, verbunden durch die Flut der Tränen und verbunden durch die Hoffung auf das Licht.

 Du lädst uns ein, unsere Tränen zu weinen, sie abzugeben an die Welt, an dich, sie in deinen Krug zu füllen.

Du willst uns Hoffnung schenken, dein Licht soll uns begleiten. Amen.

 Ablegen der Tränen und das Angebot des Lichtes

Wir möchten Sie einladen, die Tränen in den Krug zu füllen und sich eine Kerze an der Osterkerze anzuzünden, das Licht der Hoffnung leuchten zu lassen und weiterzugeben.

Unser Tun, wird musikalisch mitgetragen werden.

Chor: Flöte/Instrumental/ Gesang   Ein Licht in dir geborgen

 Lesung: 2 Thess:2,16-17 „Tröstet einander“

Jesus Christus aber, unser Herr und Gott, unser Vater, der uns seine Liebe zugewandt und uns in seiner Gnade ewigen Trost und sichere Hoffnung geschenkt hat, tröste euch und gebe euch Kraft zu jedem guten Werk und Wort.

 Gemeinsames Gebet:

Mit diesen Kerzen gedenken wir unserer geliebten Kinder, die gestorben sind.

Der Tod hat uns gezwungen, diese Kinder, die wir so gerne halten wollten, loszulassen. Während wir die Kerzen entzündet haben, schicken wir eine Botschaft los. Die Botschaft an Gott lautet: Lass uns Dein Licht spüren, lass uns spüren, dass unsere Kinder in Deinem Licht geborgen sind. Die Botschaft an die Gemeinde, an unsere Mitmenschen lautet: Unsere Kinder waren erwünscht, waren wirklich, wurden geliebt, werden betrauert und werden erinnert.

Als trauernde Familie geben wir einander die Botschaft: Ihr seid nicht allein. Mit gegenseitiger Unterstützung schaffen wir es und wachsen. Die Botschaft an unsere geliebten Kinder, von denen wir heute gesprochen haben, ist:

Wir denken an Euch! Wir vermissen Euch! Wir lieben Euch!

(aus: Quelle verloren gegangen )

Stille

 Lied: Kanon: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht   

gemeinsames Gebet:

HERR, ICH MÖCHTE VERTRAUEN

Herr, ich möchte vertrauen können - gib mir die Kraft dazu. Ich möchte vertrauen können, dass ich in Deiner Hand geborgen bleibe, wenn ich zweifle, weil die Last zu schwer geworden ist. Ich möchte vertrauen können, dass Deine Liebe mir das Herz zu öffnen vermag, wenn es sich aus Kummer und Bitterkeit verschließen will.

Ich möchte vertrauen können, dass Du auch dort einen Ausweg weißt, wo ich nicht mehr weitersehe.

Ich möchte vertrauen können, dass Du versöhnst und vergibst, wo Schuld und Sünde mich bedrücken.

Ich möchte vertrauen können, dass Du mir Deine heilende Nähe schenkst, wenn ich mit Angst und Dunkelheit alleine bin.

Ich möchte vertrauen können, dass Du mir Menschen an die Seite gibst, die es gut mit mir meinen, und die mich das auch erfahren lassen.

Ich möchte vertrauen können, dass Du mir die Kraft gibst, die ich brauche um den Tag zu bestehen.

 Herr, ich möchte vertrauen können – gib mir die Kraft dazu.

(von: Alfons Gerhardt, aus: Gebete meines Lebens, Schwabenverlag, S. 32)

 In diesem Vertrauen können wir miteinander, das Vaterunser singen.

Vaterunser 

 Lied:  Wir haben Gottes Spuren festgestellt
 

Segen:
Gesegnet deine Trauer.
Dass du nicht erstarrst vor Schmerz,

sondern Abschied nehmen und dich behutsam lösen kannst,

ohne dich verloren zu geben.

 Gesegnet deine Klage,

dass du nicht verstummst vor Entsetzen,

sondern herausschreien kannst, was über deine Kraft geht

und dir das Herz zerreißt.

 

Gesegnet deine Wut,

dass die Entmutigung dich nicht überwältige,

sondern die Kraft in dir wachse, für dich zu kämpfen,

trotzdem dein Leben zu wagen.

 

Gesegnet deine Einsamkeit,

dass du Raum findest, Vergangenes zu ordnen,

ohne schnellen Trost zu suchen und in blinder Flucht

neues Unheil auf dich herabzuziehen.

 

Gesegnet, du,

dass du Unsicherheit aushalten

und Ängste bestehen kannst,

bis du wieder festen Grund spürst unter deinen Füßen

und ein neuer Tag dir sein Licht schenkt.

Amen.

(von: Sabine Naegli)

Und so können wir gesegnet unsere Schritte tuen. Gesegnet im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
Lied:  Und ein neuer Morgen

(Erstellt von Petra Krahwinkel, Freigericht/H. Schwarz, Rodenbach)

 1.3    Symbolhandlungen

 Kerzensymbol am Grab eines totgeborenen Kindes
(Erarbeitet von Petra Krahwinkel, Freigericht)

 Hintergrund dieser Idee ist, dass es bei totgeborenen Kindern keine Taufkerze gibt, den Eltern aber bei der Trauerbewältigung eine Kerze als

Erinnerungszeichen an ihr verstorbenes Kind helfen kann.

 Eine Altarkerze wird mit einem Regenbogen und in Goldschrift mit dem Namen, Geburts- und Todesdatum des Kindes versehen. Um den Regenbogen herum eine dünne schwarze Wachsfolienlinie gezogen und ebenso unter den Namen. Den Eltern wird diese Kerze am offenen Grab übergeben, nachdem in der Leichenhalle diese Kerze brannte, und sie dann ausgeblasen hinter dem Sarg mitgetragen wurde.

In etwa folgendes wird dann zu den Eltern gesprochen:

 Liebe N.N. , Lieber N.N.!

Eure Tochter/Euren Sohn müsst Ihr nun aus den Händen geben und auf dem Friedhof lassen. Ich habe Euch eine Kerze gestaltet, damit Ihr mit Euren Erinnerungen nach Hause gehen könnt. Die Kerze ist ausgeblasen. Das Licht auf das Ihr Euch gefreut habt ist erloschen. Dann, wenn es Euch schwer wird ums Herz, dann wenn Ihr besonders an N.N. denkt, könnt Ihr sie anzünden.

Die Kerze soll Euch auch die Möglichkeit geben, in Eurer Wohnung eine Erinnerungsmöglichkeit zu haben. Damit, wenn Ihr Besuch habt, und wenn Ihr wollt, über sie sprechen könnt. Nicht nur in der ersten Zeit, sondern auch in der Zukunft.

 Ein Regenbogen mit seinen bunten Farben spannt sich über die Kerze, ein Zeichen dafür, dass Euer Kind/Eure Tochter/Euer Sohn in Euer Leben viel buntes einbringen wollte, dass Ihr Euch auf sie/ihn gefreut habt, dass ihr in allen Facetten des Lebens für sie/ihn sorgen wolltet. Für die Lebendigkeit die sie/er in Euer Leben hineinbringen sollte. Ein Regenbogen entsteht, wenn Regen und Sonne gemeinsam am Himmel zu finden sind. Bei Euch ist viel Traurigkeit zu finden und gleichzeitig die Gewissheit, dass nun Gott für sie sorgen wird.

 Ihr/Sein Name wurde mit goldener Schrift geschrieben. Für Euch ist sie/er wertvoll. Sie/Er wird es immer bleiben.

 Die schwarze Farbe auf der Kerze steht für den Verlust den Ihr zu betrauern habt. Dafür, dass alles so anders geworden ist, wie Ihr es erhofft hattet. Dafür, dass es schwer ist Eure Tochter/Euren Sohn wieder herzugeben, wo Ihr doch für sie/ihn sorgen wolltet.

 Namen der Mutter/des Vaters, nehmt diese Kerze mit nach Hause. Als ein äußeres Zeichen das (Namen des Kindes) für immer zu Euch gehört, Ihr sie/ihn aber nicht werdet wachsen sehen.

Zündet die Kerze an, wenn Euch danach zu mute ist. Sprecht miteinander und mit Euren Freunden über euer Kind.

 2. Weitere Texte

 2.1 Biblische Texte

 Röm 8,35: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?“

 Röm 14,8: „ Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“

 2    Kor 5,1: „Wir haben ein ewiges Haus im Himmel.“

 1Thess 4,17: „Wir werden immer beim Herrn sein.“

 Joh 14,2: „Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen.“

 Joh 14,2-3: „Ich gehe hin, um euch einen Platz zu bereiten, und ich werde euch zu mir holen.“

Joh 17,24: „Ich will, dass alle dort bei mir sind, wo ich bin.“

 Rut 1,20b-21: „Mit leeren Händen hat der Herr mich heimkehren lassen.“

 Jes 25, 6a. 7-8b: „Gott, der Herr, beseitigt den Tod für immer.“

Klgl 3,17-26: „Gut ist es, schweigend zu harren auf die Hilfe des Herrn.“

Röm 5,12-17: „Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade.“

1Kor 13,8-13: „Die Liebe hört niemals auf.“

2Kor 5,1,6-10: „Wir haben ein ewiges Haus im Himmel.“

 Ps 25, 4-5.6 u.16.17 u.20: „Zeige mir Herr deine Wege, lehre mich deine Pfade!“

Ps 22,2-6: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist ferne meinem Schreien, den Worten meiner Klage?“

 Ps 8,1-7: „Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde.“

 Mt 11, 25-30: „Kommt alle zu mir .... Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

 Mk 10,13-16: „Lasst die Kinder zu mir kommen.“

Joh 14,1-3: „ Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“

 

2.2         Gebete

Hilfreiche Gebetssammlungen befinden sich in der Arbeitshilfe 109 der Deutschen Bischofskonferenz „Eltern trauern um ihr neugeborenes Kind.“

Wer heimgeht zum Herrn

Es ist ein großer Irrtum, wenn einige, selbst gute Menschen, sich vorstellen, dass jene, die der Tod weggerissen hat, uns verlassen. Sie verlassen uns nicht , sie bleiben.

    Aber wo sind sie? Im Schatten? Nein! Wir sind im Schatten. Sie sind uns zur Seite, zwar wie unter einem Schleier, aber viel gegenwärtiger als je zuvor. Wir sehen sie nicht, aber sie sehen uns. Sie halten ihre Augen voller Glanz auf die unseren gerichtet, die tränenerfüllt sind.

    Unauslöschlicher Trost! Die Toten sind unsichtbar, aber nicht abwesend. Ich habe oft darüber nachgedacht, was die beste Hilfe sei, die Weinenden zu trösten. Es ist der Glaube an die ununterbrochene Gegenwart unserer lieben zu Gott Heimgegangenen.

(aus dem Französischen, nach einem Totenzettel)

 Gebet:

Hier sind wir, Gott vor dir, so wie wir sind:

mit unserer Anspannung, unserer Traurigkeit und Enttäuschung,

mit unserer Wut, unserer Ungeduld und Angst

mit unserer Hilflosigkeit und unserer Ohnmacht,

mit unserem Glauben, dass Not und Leid nicht das letzte Wort haben,

mit unserer Hoffnung nach dem Gelingen im Leben

und mit unserer Sehnsucht nach dem Getragen-werden durch
das Leben,

durch dich und durch unsere Mitmenschen.

  

HERR; ICH MÖCHTE VERTRAUEN

Herr, ich möchte vertrauen können, - gib mir die Kraft dazu.

Ich möchte vertrauen können, dass ich in Deiner Hand geborgen bleibe, wenn ich zweifle, weil die Last zu schwer geworden ist.

Ich möchte vertrauen können, dass Deine Liebe mir das Herz zu öffnen vermag, wenn es sich aus Kummer und Bitterkeit verschließen will.

Ich möchte vertrauen können, dass du auch dort einen Ausweg weißt, wo ich nicht mehr weitersehe.

Ich möchte vertrauen können, dass du mir Deine heilende Nähe schenkst, wenn ich mit Angst und Dunkelheit alleine bin.

Ich möchte vertrauen können, dass du mir Menschen an die Seite gibst, die es gut mit mir meinen, und die mich das auch erfahren lassen.

Ich möchte vertrauen können, dass du mir die Kraft gibst, die ich brauche um im Leben bestehen zu können.

Herr, ich möchte vertrauen können – gib mir die Kraft dazu.

(Alfons Gerhardt, Bad Hersfeld)

 

Gott, ...
Wir verstehen die Wege nicht, die wir geführt werden.

Wir sind betrübt und traurig und können uns unserer Tränen nicht wehren.

Wir müssen annehmen, was uns unangenehm ist.

Wir müssen abgeben, was wir festhalten wollen.

Wir müssen Unabänderliches hinnehmen.

Gott der Liebe,

lass uns Hilfe finden, Menschen, die uns auf unserem Weg begleiten;

lass uns wieder ein Ziel finden, dem entgegen wir unsere Schritte lenken können, lass uns wieder zu uns selbst finden, wenn wir dich verloren
haben.

(Kathrin Ellhaus, Dortmund; aus: Hannah Lothrop – Gute Hoffnung, jähes Ende)

   

Gebet bei der Bestattung tot geborener Kinder
Gott, ich bitte dich,

stärke die Eltern in der Zeit der Trauer.

Gib ihnen die Kraft,

ihren Fragen und aller Ungewissheit standzuhalten.

Schenke Verwandten und Freunden Offenheit und Geduld, ihnen beizustehen,

damit sie über ihren Schmerz reden und einmal wieder neuen Lebensmut und Lebensfreude bekommen.

Gott, wir haben uns gefreut und alles vorbereitet, dass unser Kind in ein schönes Zuhause kommen kann.

Was haben wir alles bedacht – und jetzt dieser unvermutete Abschied.

Das ist so schwer, Gott.

Wir haben die Bewegungen gespürt, die Veränderungen bemerkt, sein Wachstum verfolgt.

Unsere Beziehung ist schon gewachsen -  dieses Kind, dieser kleine Mensch sollte mit uns leben  - 

Gott, es tut so weh.

Unvorbereitet traf uns dieser Tod.

Mit dem toten Kind (mit unserer toten Tochter/unserem toten Sohn)
stehen wir da und wissen nicht, was das soll.

Wir suchen nach Trost, nach tröstlichen Gedanken.

Fast verschlägt es uns die Sprache.

Nur eins bleibt uns, und wir sagen es stockend und doch von Herzen:

Wir danken dir, dass dieses Kind  ....  Monate wuchs und wurde.

Wir danken dir für die Erfahrungen, die wir während der Schwangerschaft machen konnten, für manche Entscheidung, die fiel, für die Stunden des Glücks, für alle Hoffnungen und Träume.

Dafür wollen wir danken – ohne Wenn und Aber.

Und wir bitten dich, Gott, nimm unser Kind auf in dein Reich.

Umhülle es sanft, und lass es bei dir geborgen sein.

(S. Jestadt, Heidelberg ; aus: Hannah Lothrop – Gute Hoffnung, jähes Ende)

  

Segensgebet über ein verstorbenes Kind
Gott, wir können nicht anders, als darauf zu vertrauen, dass du für uns ein Gott des Lebens bleibst, bei dem die Liebe immer stärker ist als
der Tod.

Mit geweihtem Wasser, das an die Taufen, an deinen Bund mit uns Menschen erinnert, wollen wir nun N.N. besprengen.

Gerade erst Mensch geworden, kehrt N.N. zu dir zurück.

Dieses zarte und liebenswerte Kind, dem wir so gerne unsere Zuneigung und Liebe geschenkt hätten, wollen wir deinen Händen anvertrauen.

Wir glauben, dass es bei dir immer geborgen sein wird.

Segne es für deine Herrlichkeit. Amen.

(holländisches Gebet)

   

2.3           Fürbitten für Gemeindegottesdienste im Kirchenjahr
 

Guter Gott,

lass uns/die Eltern von N.N. nicht irre werden an dem, was geschehen ist. Bewahre unsere/ihre Liebe zueinander.

Schenke uns/ihnen und allen, die sich auf dieses Kind gefreut haben, Mut und Kraft, die Zeit der Trauer durchzustehen.

Stelle uns/ihnen Menschen zur Seite, die mittragen und uns/ihnen beistehen, damit sich einmal die Trauer verwandeln kann in neue Hoffnung.

Guter Gott,

wir glauben, dass du dieses Kind, N.N. von Anfang an geliebt hast – so wir es lieben wollten.

Einzigartig und unverwechselbar war dieses Kind vor dir, wie die Linien seiner Hand.

 

Wir verstehen nicht, warum es nicht bei uns leben und wachsen durfte.

Doch wir wissen, Herr, bei dir ist N.N. geborgen.

Du umschließt sie/ihn mit deiner Liebe, mit deinem Licht.

Wir glauben fest daran, dass Leben nicht einfach endet, dass unser/dieses Kind bei dir lebt und geborgen ist in deiner Liebe, wie es geborgen war im Leib seiner Mutter. Amen.

(aus:  Beständig wird deine Hand mich halten, Schwabenverlag)


Segen
Der Herr segne euch und behüte euch,

er gebe euch die Gabe der Tränen und tröste euch,

er schenke euch Hoffnung und Neubeginn.

Das gewähre euch der dreieine Gott,  der Vater ...

(aus:  Beständig wird deine Hand mich halten, Schwabenverlag)

   

3.      Anregungen von Selbsthilfegruppen 

3.1      Wunschzettel an die Seelsorger

           Unsere besonderen Anliegen

 1. Helfen Sie, wenn irgend möglich, den Eltern dabei, ihr Kind in der Klinik sehen zu können, es nach Wunsch in den Arm zu nehmen. Sollten die Eltern selbst unschlüssig sein, zeigen Sie ihnen im Gespräch die Vorteile auf, zwingen sollten Sie dabei jedoch niemanden.

2. Segnen Sie das Kind, wenn es nicht mehr getauft werden kann und die Eltern dies wünschen. Diese Handlung kann die Eltern in ihrem Gefühl, dass ihr Kind wertvoll und wichtig ist, bestärken, und ihnen Kraft für die kommenden Wochen und Monate der Trauer geben.

3. Machen Sie die Eltern darauf aufmerksam, dass auch Kinder unter 500g beerdigt werden können. Es bedarf dazu in der Regel einer formlosen Bestätigung seitens der Klinik. Vordrucke können Sie auch bei uns erhalten (bitte frankierten Rückumschlag beilegen).

4. Machen Sie die Eltern auf die verschiedenen Möglichkeiten der Bestattung (Erd- oder Feuerbestattung) und der Gräber (anonymes Grabfeld, Reihengrab, Familiengrab etc.) aufmerksam. Erklären Sie ihnen gerade bei der Grabwahl die Vor- und Nachteile.

5. Falls notwendig, wirken Sie darauf ein, dass die Eltern auch an der Beerdigung ihres Kindes teilnehmen können. Wenn z. B. ein Kind durch einen Unfall ums Leben kommt und ein Elternteil noch verletzt im Krankenhaus liegt, oder eine Mutter nach einer Kaiserschnittentbindung- noch stationär behandelt werden muss, kann sich der Seelsorger dafür einsetzten, dass die Beerdigung hinausgezögert wird. Es ist sehr wichtig, dass die Eltern sich bewusst von ihrem Kind verabschieden können. Kann die Mutter z. B. noch nicht längere Zeit stehen, so sorgen Sie für eine Sitzmöglichkeit am Grab.

6. Ermutigen Sie Eltern, an der Gestaltung der Beerdigung mitzuwirken, indem sie einen besonderen Spruch, ein Lied oder eine am Grab vorgetragene kurze Erzählung aussuchen. So wird ihnen das Gefühl gegeben, wenigstens etwas für ihr Kind tun zu können.

7. Händigen Sie die Grabrede aus, falls gewünscht. Oft kann man während der Beerdigung nicht die ganze Rede in sich aufnehmen. Sie kann während der langen Trauerphase Trost spenden und ist außerdem ein Stück Erinnerung an das Kind.

8. Zeigen Sie Verständnis, dass Eltern um ein kleines bzw. totgeborenes Kind genauso trauern wie um ein älteres. Viele aus unseren Gruppen haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Verständnis oft fehlt. Inzwischen wissen wir durch viele Kontakte mit anderen Betroffenen, dass dieses Problem fast alle Eltern haben.

9. Versuchen Sie, auf Gemeindeebene Helfer für das Alltägliche zu gewinnen (Geschwister versorgen und/oder einladen, einkaufen, saubermachen, kochen etc.). Manchmal kann man diese Dinge nicht mehr erledigen, oder sie sind ganz einfach nicht mehr wichtig.

10. Weisen Sie darauf hin, dass es Literatur über Trauer und auch speziell zum Thema „Vorzeitiges Ende einer Schwangerschaft“ und dem Sterben von Kindern gibt.

11. Reagieren Sie einfühlsam, wenn Eltern sich in der ersten Trauer vom Glauben abwenden. Lassen Sie klagen und infrage stellen zu. Viele können es nicht verstehen, wie Gott es zulassen kann, dass ihr Kind leiden und letztendlich sterben muss. Durch behutsame Gespräche können Seelsorger dazu beitragen, dass betroffene Eltern wieder im Glauben Trost finden.

12. Geben Sie Denkanstöße zum Thema „Leben nach dem Tod“. Für viele Eltern ist es eine große Hilfe, bestätigt zu bekommen, dass der Tod auf Erden nichts Endgültiges ist. Auch zu diesem Thema gibt es Literatur.

13. Bieten Sie den Eltern Gespräche an. Oft fühlen sich Eltern mit ihrer Trauer allein gelassen und sind froh, wenn man sie anspricht und auch auf die verschiedenen Phasen der Trauer hinweist. Sagen Sie ihnen, dass ihre Ehe jetzt einer starken Belastung ausgesetzt sein kann, dass u. U. jeder der Partner unterschiedlich trauert. Wenn Sie mit den Eltern über ihr verstorbenes Kind sprechen, benutzen Sie seinen Namen, sprechen Sie nicht von „dem Kind“ oder gar von „der Fehl- oder Totgeburt“. Weisen Sie auf Kontaktmöglichkeiten zu unserer Gruppe hin, geben Sie ihnen unser Faltblatt.

14. Beziehen Sie bei Familienfesten in der Kirche das tote Kind (z.B. im Gebet) mit ein, wenn die Eltern dies wünschen. Es vermittelt das Gefühl, dass das Kind trotz alledem zur Familie gehört.

15. Sprechen Sie in einer Predigt auch mal speziell über das Sterben von Babys und Kindern, denn es gibt in jeder Gemeinde betroffene Familien.

  

Abschließend möchten wir bemerken, dass die Trauer um ein Kind egal welchen Alters – die Eltern vor große Probleme stellt, z. B. ist erwiesen, dass Mutter und Vater ihre Trauer unterschiedlich zum Ausdruck bringen können. Dies kann dazu führen, dass sich die Ehepartner entfremden und es zu schweren Depressionen kommt. Um den unausgesprochenen Schmerz zu mildern, greifen viele Betroffene zu Tabletten, Alkohol etc. Im schlimmsten Fall zerbrechen sogar Familien an ihrem Schmerz.

Hier ist dringend Hilfe erforderlich, die auch in Form von Trauerseminaren für Familien, Geschwisterkinder und speziell für Väter angeboten werden sollten.

   

3.2         Hilfe für betroffene Eltern 

(Hrsg. Verwaiste Eltern, Hamburg)
15 Punkte, die helfen können, mit der Trauer zu leben: 

1. Akzeptieren Sie die Trauer. Lassen Sie sich von ihren Wellen tragen. Versuchen Sie nicht, "gefasst" zu sein. Nahmen Sie sich Zeit zu weinen. Dies gilt auch für Männer: starke Männer dürfen auch weinen. 

2. Reden Sie über Ihren Verlust. Teilen Sie Ihre Trauer innerhalb der Familie mit: versuchen Sie nicht, anders durch Schweigen zu schützen. Suchen Sie einen Freund, mit dem Sie sprechen können, jemanden, der zuhören kann und nicht gleich ein Urteil fällt; wenn möglich jemanden, der ähnliches erlebt hat. Und reden Sie viel. Falls ein Freund Ihnen sagt, "reißen Sie sich zusammen", suchen Sie sich einen anderen Freund. 

3. Beschäftigen Sie sich. Erledigen Sie eine sinnvolle Arbeit, die Ihre Gedanken in Anspruch nimmt. Vermeiden Sie jedoch hektische Aktivitäten. 

4. Seien Sie gut zu sich selbst. Trauern kann Ihrer Gesundheit schaden. In diesem Augenblick ist Ihnen das vielleicht egal; dies wird sich aber ändern. Sie sind wichtig ‑ Ihr Leben ist wichtig kümmern Sie sich darum. 

5. Ernähren Sie sich richtig. In dieser Zeit der emotionalen und physischen Erschöpfung braucht Ihr Körper mehr als je zuvor eine ordentliche Ernährung. Falls Sie nur wenig essen können, sollten Sie an Multivitamine denken, auch wenn das kein Ersatz für eine gesunde Ernährung ist.

6. Machen Sie regelmäßig Körperübungen. Kehren Sie zu ihrem alten Programm zurück oder beginnen Sie ein neues. Eine Depression kann durch Körperübungen gemildert werden, die biochemische Veränderungen hervorrufen. Sie werden besser schlafen. Eine Stunde Spazieren gehen täglich ist das Ideale für viele Menschen. 

7. Versuchen Sie, angemessen mit Ihren Schuldgefühlen umzugehen. Sie haben sicherlich das Beste getan, was Sie konnten. Auch wenn Sie Fehler gemacht haben, sollten Sie lernen, sie zu akzeptieren; wir alle machen Fehler. Nur im Nachhinein kann man alles besser machen. Falls Sie überzeugt sind, dass Sie wirklich Schuld haben, sollten Sie vielleicht den Rat eines Psychologen oder eines Seelsorgers einholen. Es ist wichtig, dass Sie sich selber vergeben können oder Vergebung finden. 

8. Akzeptieren Sie Ihr Verständnis von Tod, zumindest im Augenblick. Sie haben sich wahrscheinlich gefragt: "Warum?" und haben begonnen zu verstehen, dass Sie nie eine annehmbare Antwort darauf bekommen werden. Vielleicht haben Sie einen Ansatz zur Beantwortung dar Sinnfrage) gefunden. Verwenden Sie diesen Ansatz, dieses Verständnis. Leben Sie Ihre Fragen (mit allem anderen sind Sie überfordert!), dann werden Sie vielleicht eines Tages "in die Antwort hineinwachsen" (Rilke). 

9. Schließen Sie sich einer Gruppe von Trauernden an. Der Kreis von alten Bekannten und Freunden wird sich ändern. Auch wenn dies nicht geschieht, brauchen Sie neue Freunde, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Trauernde Menschen kommen in Selbsthilfegruppen zusammen, um Freundschaften zu pflegen und um sich gegenseitig mitzuteilen, Verständnis zu finden, sich zu unterstützen.

10. Behalten Sie Kontakt zu alten Freunden. Dies kann schwierig sein. Manche werden in Verlegenheit geraten bei Ihrer Anwesenheit, aber das wird vorübergehen. Und wenn es Ihnen gelingt, sprechen Sie und geben Sie sich natürlich, ohne das Thema Ihres Verlustes auszuklammern. 

11. Verschieben Sie wichtige Entscheidungen. Warten Sie, bevor Sie sich z. B. entschließen, Ihr Haus zu verkaufen oder Ihre Arbeitsstelle aufzugeben. 

12. Führen Sie ein Tagebuch, wenn Sie gern schreiben. Dadurch lernen Sie, Ihre Emotionen auszudrücken und können Veränderungen und ihren eigenen "Fortschritt" beobachten. 

13. Verwandeln Sie Trauer in kreative Energie. Wenn Sie anderen helfen, ihre Last zu tragen, wird Ihre eigene leichter. Falls Sie schreiben können, setzen Sie diese Möglichkeit ein. Große Literatur ist geschrieben worden nach tiefen Verlusterlebnissen und Leid. 

14. Nutzen Sie Ihre Kirchenzugehörigkeit, falls Sie eine haben. Wenn Sie bisher‑ inaktiv waren, könnte dieses die Zeit sein, eine neue Aktivität zu entwickeln. Die Bibel sagt viel aus über das Trauern. Auch alte Kirchenlieder und Psalmen sind tröstlich und können ihre "therapeutische", heilsame Wirkung in der Trauerarbeit entfalten. Nach und nach werden Sie entdecken, dass Sie zwar wütend auf Gott sind, dass sich Ihre Gefühle aber verändern. 

15. Suchen Sie gegebenenfalls fachlichen Beistand: Manchmal genügen schon einige Sitzungen mit einem erfahrenen Berater, einem Psychologen, Therapeuten oder Trauerbegleiter, um Hilfe zu erfahren, um wieder ein Stück weit zu "überleben". 

Und vergessen Sie nie: So tief Ihre Trauer auch sein mag, Sie sind nicht allein. Andere haben dasselbe auch erlebt und werden Ihnen helfen, Ihre Last zu tragen, wenn Sie ihnen dies nur erlauben. Verweigern Sie sich nicht. Lehnen Sie das Angebot nicht ab; es gehört immer Mut dazu, Hilfe anzunehmen: aber ‑ es gibt Hilfe für Sie!

  

3.3      Anregungen für Begleiter und Freunde 

Was Du tun solltest:

·      Zeige Deine aufrichtige Anteilnahme und Fürsorge.

·      Stelle Dich zur Verfügung: um zuzuhören, Besorgungen zu machen, bei den Kindern zu helfen oder was sonst in dieser Zeit notwendig erscheint.

·      Sage ihnen, dass Dir das, was ihrem Kind geschehen ist und der Schmerz, den sie jetzt erleiden, leid tut.

·      Erlaube ihnen, soviel Trauer auszudrücken, wie sie jetzt gerade empfinden und mit Dir teilen möchten.

·      Ermutige sie, mit sich selbst Geduld zu haben, nicht zuviel von sich selbst zu verlangen und sich selbst keine Schuld zuzuschreiben.

·      Erlaube ihnen, über ihr Kind, das sie verloren haben, so viel und so oft zu sprechen, wie sie möchten.

·      Sprich mit ihnen über die ganz besonderen, einmaligen Qualitäten des Kindes, das sie verloren haben.

·      Schenke den Brüdern und Schwestern des Kindes beim Begräbnis und in den Monaten danach ganz besondere Aufmerksamkeit (sie sind ebenfalls verletzt, verwirrt und benötigen ein Maß an Aufmerksamkeit, wie es ihnen ihre Eltern in dieser Zeit vielleicht nicht schenken können).

·      Versichere ihnen, dass sie alles getan haben, was in ihrer Macht stand und dass ihr Kind die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten hat ‑ oder was Du sonst an positiven und wahren Dingen über die Fürsorge für das Kind sagen kannst. 

Was Du nicht tun solltest:

·        Lass Dich nicht durch Dein eigenes Gefühl der Hilflosigkeit davon abhalten, den verwaisten Eltern hilfreich die Hand zu reichen.

·        Meide sie nicht, nur weil Dir der Kontakt unangenehm ist. (Von Freunden gemieden zu werden, fügt zusätzlichen Schmerz zu einer ohnedies unerträglich schmerzhaften Erfahrung.)

·        Sage nicht, Du wüsstest, was sie empfinden! (Wenn Du nicht selbst ein Kind verloren hast, wirst Du wahrscheinlich nicht empfinden können, wie es ihnen geht.)

·        Sage nicht: "Geht es Dir denn immer noch nicht besser?" oder irgendetwas ähnliches, was die Gefühle der Eltern beurteilt.

·        Schreibe ihnen nicht vor, was sie eigentlich fühlen oder tun sollten.

·        Wechsele nicht das Gesprächsthema, wenn sie auf ihr totes Kind zu sprechen kommen.

·        Vermeide es nicht, den Namen des Kindes zu erwähnen aus Angst, Du könntest sie damit an ihren Schmerz erinnern (sie haben ihn ohnedies nicht vergessen!)

·        Versuche nicht, irgendetwas Positives am Tod ihres Kindes zu finden (z. B. eine spirituelle Erfahrung, engere Familienbindungen o. ä.)

·        Weise nicht daraufhin, dass sie ja noch ihre anderen Kinder haben (Kinder sind nicht austauschbar; sie können sich nicht gegenseitig ersetzen).

·        Sage ihnen nicht, sie könnten ja noch mehr Kinder haben (auch dann nicht, wenn sie das wollen und können ‑ ein anderes Kind kann ihnen nicht das verstorbene Kind ersetzen).

·        Empfiehl ihnen nicht, für die anderen, noch verbliebenen Kinder dankbar zu sein (die Trauer über den Verlust eines Kindes wird nicht durch die Liebe und Wertschätzung für die anderen, lebenden Kinder erleichtert).

·        Mache keinerlei Bemerkungen, die in irgendeiner Weise vermuten lassen könnten, dass ihre Fürsorge für das Kind zu Hause, in der Notfallstation, im Krankenhaus oder wo immer sonst nicht angemessen gewesen sei (Eltern werden schon ohnedies genügend durch Gefühle von Zweifel und Schuld gequält).

            Übersetzt von Christoph Student (1986) aus :D. Moldow und  M. Martinion: Horne Care For Seriouily,11 Children Children's Hospiee International, Alexandria/USA 1984  

  

4.     Adressen und Anschriften 

4.1    Klinikseelsorge

·        Nachfragen bei den Klinikseelsorgen/Information im Vorfeld, evtl. kann so die Klinikseelsorge die Eltern besonders begleiten

·        Angebot der Zusammenarbeit, der Betreuung nach dem Klinikaufenthalt

 4.2    Verschiedene Elterniniativen z.B.

 Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V., Fuhrenweg 3, D 391 Reppenstedt, Tel. 04131 – 6803232, Fax 04131 – 681140, E-mail: kontakt@veid.de,     Website www.veid.de

 

Evangelische Akademie Nordelbien, Esplanade 15, 20354 Hamburg, Telefon: 040/35 50 56‑43/44, Fax: 040/35 505616

 

Initiative Regenbogen

Initiative REGENBOGEN "glücklose Schwangerschaft e.V.

Kontaktkreis für Eltern, die ein Kind vor, während oder nach der Geburt verloren haben

Hauptstelle: Burgstr. 6, 73614 Schorndorf, Tel. 07181‑21275

 

4.3    Trauergruppen

 An vielen Orten des Bistums gibt es Trauergruppen, - initiativen. Falls Sie kein aktuelles Angebot kennen, fragen Sie bitte nach:

-         bei den Klinikseelsorgern im jeweiligen Krankenhaus

-         bei Familienbildungsstätten im Bistum

-         im Seelsorgereferat des Bistums

 

 5.               Weiterführende Literatur

 ·        Arbeitshilfe 109 der Deutschen Bischofskonferenz „Eltern trauern um ihr neugeborenes Kind“, April 1993

·        Tot- und Fehlgeburten im Krankenhaus, Empfehlung von 1999,
Katholischer Krankenhausverband, Freiburg

      Gute Hoffnung – jähes Ende, mit Auszügen aus dem gleichnamigen Buch von Hanna Lothrop, Hrsg. Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands, Postfach 510409, 30634 Hannover, Tel.: 0511/6261-22

·        Möglichkeiten der seelsorgerlichen Betreuung von Eltern, die eine Fehl- oder Totgeburt erlebt haben oder deren Kind bald nach der Geburt gestorben ist, Hrsg. von der Initiative Regenbogen „Glücklose Schwangerschaft“ e.V. Schorndorf, Broschürenversand, Tel.: 07025-7225

·        Hanna Lothrop, „Gute Hoffnung – jähes Ende“, Kösel, München 1998, 7e Auflage (Dieses Buch gilt als sog. „Pflichtlektüre“ und hat ein ausführliches Adressen- und Literaturverzeichnis.)

·        Gottfried Lutz/Barbara Künzer-Riebel (Hrsg), „Nur ein Hauch von Leben“, E. Kaufmann, Lahr, 1995(3), Eltern berichten vom Tod ihres Babys und der Zeit ihrer Trauer

·        Dr. S. Börgens, Universitätsfrauenklinik Gießen, „Leibseelisches Trauererleben der Mütter frühverstorbener Kinder“, aus: „Wege zum Menschen“, 49Jg., S. 295-303, ISSN 0043-2040, Vandenhoeck & Ruprecht 1997. (Dieser Aufsatz ist die Zusammenfassung einer Abschlussarbeit zur Weiterbildung in Trauerbegleitung bei Ruthmarije Smeding am Hospizbildungswerk der IGSL e. V., Bingen)

 6.               Rechtliche Bestimmungen im Lande Hessen

 

        Gesetzestexte

 Darstellung der rechtlichen Situation

 Grundlage für die Bestattung von Fehlgeburten sind zwei nicht aufeinander abgestimmte Gesetze, zum einem auf Bundesebene und auf Länderebene.

 Für das gesamte deutsche Bundesgebiet gilt das Personenstandsgesetz und die Personenstandsverordnung:

Grundlage bietet die Empfehlung des Ministerium des Inneren mit dem Hinweis auf die Änderung der Vorordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes (PstV) vom 24. März 1994 (BGBL.I.S.621), die mit Wirkung zum 1. April 1994 in Kraft getreten ist. In dieser wird die standesamtliche Beurkundung   ab 500 Gramm vorgeschrieben. (Schreiben des Ministeriums des Inneren vom 25. August 1994)

Das Personenstandsgesetz in der Fassung vom 08.08.1957 (Bundesgesetzblatt I, Seite 1125) zuletzt geändert durch Gesetz vom 15.07.1999 (Bundesgesetzblatt I, Seite 1618) und die entsprechende Ausführungsverordnung zum Personenstandsgesetzt in der Fassung vom 25.02. 1977 (Bundesgesetzblatt I, 1977, Seite 377) zuletzt geändert durch Verordnung vom 12.11.1999 Bundesgesetzblatt, Seite 2203 bilden die rechtliche Grundlage 

Daraus folgt 1.: Kinder ab 500 Gramm sind zu beurkunden.  

Die Beurkundung erfolgt in der Regel ohne Namen. Ein Name kann auf Wunsch der Eltern gegeben werden. Ein Eintrag ins Familienstammbuch kann auf Wunsch der Eltern erfolgen, geschieht aber nicht automatisch. 

Damit ist aber noch nicht die Bestattungspflicht geregelt, da dies in der Hoheit der Länder liegt. Hierfür gibt es auf Länderebene jeweilige Gesetze: 

Für Hessen gilt das Gesetz über das Friedhofswesen 

Das derzeitige Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen vom 17.12.1964  (Gesetzt- und Verordnungsblatt für das Land Hessen 1964, Seite 225) zuletzt geändert durch Gesetz vom 04.11.1987 (Gesetzt- und Verordnungsblatt für das Land Hessen I, Seite 193) bildet die gesetzliche Grundlage. In der Verordnung für das Leichenwesen in der Fassung vom 12.03.1965 (Gesetzt- und Verordnungsblatt für das Land Hessen I, Seite 63) zuletzt geändert durch Verordnung vom 15.06.1996 (Gesetzt – und Verordnungsblatt I, Seite 138) ist zum Umgang mit verstorbenen Leibesfrüchten in § 8 von Bedeutung, da hier die Bestattungspflicht geregelt wird.  

Daraus folgt 2.: Bestattungspflicht besteht erst nach der Vollendung des 6. Schwangerschaftsmonats 

Grundlage für die Möglichkeit zur Bestattung gibt in Hessen derzeit nur eine Empfehlung des Ministeriums für Inneres, Landwirtschaft und Forsten, dass nichtbestattungspflichtige Leibesfrüchte auf den Friedhöfen bestattet werden können.

Fazit:

  • Mit dem Gewicht von 500 Gramm besteht Beurkundungspflicht.
  • Nach vollendetem 6. Schwangerschaftsmonat besteht Bestattungspflicht.
  •  Es besteht eine Empfehlung, eine Bestattung für nicht bestattungspflichtige Leibesfrüchte auf den Friedhöfen zu erlauben.

Damit können in einer Grauzone folgende Probleme auftreten:

  • Ein Kind, das lebend geboren wurde, danach aber verstirbt, ist in jedem Fall bestattungspflichtig, unabhängig vom Gewicht und vom Schwangerschaftsmonat.
  • Ein Kind kann 500 Gramm schwer sein und muss damit beurkundet werden und kann damit einen Namen erhalten, aber ist unter Umständen unterhalb des vollendeten 6. Schwangerschaftsmonats und damit noch nicht bestattungspflichtig.

 Derzeit liegt eine Petition beim hessischen Landtag, dass die Bestattungspflicht auf die Grenze der Beurkundungspflicht abgestimmt wird und sogar ein generelles Bestattungsrecht eingeräumt wird.

 Problematisch bei einer eindeutigen Festlegung der Bestattungspflicht ist, dass dadurch auch eine Kostenregelung erfolgen wird, oder der Grundsatz der kostendeckenden Gebühr auch auf Fehlgeburten angewandt wird.  Die derzeitige, eher rechtsunsichere Lage, gibt auch die Chance einer individuellen Gestaltung, z.b. durch Beisetzung auf einem vorhandenen Familiengrab. Leider dürfte hier zwischen städtischen und ländlichen Friedhöfe Ungleichheiten entstehen.

Anzufragen ist an die Gesetzeslage, ob die Bestimmungen auf eine generelle Bestattungspflicht im Rahmen einer kostengünstigen Regelung möglich und finanzierbar ist.

Eine weitere Konsequenz wäre, dass mit einer Bestattungspflicht auch ein Bestatter einzuschalten ist, was mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Derzeit lässt diese gesetzliche Lücke auch individuelle Lösungen in den Kliniken und Krankenhäuser zu, verbietet sie zumindest nicht.

 Folgende Möglichkeiten zur Bestattung bestehen derzeit, auch auf der Gesetzlichen Grundlage:

  • Beisetzung in einem vorhandenen Familiengrab unter Beachtung der vorgeschriebenen Liegezeit für Kindergräber, die von Ort  zu Ort unterschiedlich sein können.
  • Beisetzung in einem eigenen Kinderreihengrab, mit den entsprechenden Kaufkosten.
  • Beisetzung, soweit vorhanden, in einem gemeinschaftlichen Kindergrab, wie sie es in größeren Städten  und Gemeinden zwischenzeitlich gibt. Hier ist zu klären, ob eine individuelle Kenntlichmachung möglich ist. Derzeit scheint die Tendenz zum „anonymen Grabfeld für nichtbestattungspflichtige Kinder“ sich durchzusetzen.

 

Impressum:

Diese Arbeitshilfe wurde im Auftrag der Diözesanleitung und der Dechantenkonferenz erstellt von der Arbeitsgruppe:

 Pastoralreferent Norbert Bug, Fulda

Herr Simon Petrus Burbach o. praem, Fritzlar

Gemeindereferentin Angelika Eberhardt, jetzt Bad Kreuznach

Familienpfarrer Alfons Gerhardt, Bad Hersfeld

Klinikpfarrer Werner Gutheil, Hanau

Gemeindereferentin Petra Krahwinkel, Familienbildungsstätte Hanau

 Herausgeber: Bischöfliches Generalvikariat

Seelsorgeamt Paulustor 5, 36037 Fulda

 Fulda, den 1. März 2003

Weiter verteilt im Sinne eines Sonnenstrahl, der Licht ins Dunkel bringen möge im Kampf darum, das alle in einer Klinik, Ambulanz, Ambulatorium, Gyn. -oder sonstigen ärztlichen Ordination zu Welt gekommenen Kinder Würdig bestattet werden, auch die "nicht bestattungspflichtigen Kindern". weitere Infos finden Sie im Onlinemagazin www.sonnenstrahl.org

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